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Die Grünen bei ihrer Abschlusskundgebung in München
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Peter Kveton
Claudia Heider
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Die Grünen bei ihrer Abschlusskundgebung in München

Die Grünen in Bayern sind im Wahlkampfendspurt und haben bereits Bedingungen für eine mögliche Koalition mit der CSU formuliert. Grünen-Chef Robert Habeck machte in der "Augsburger Allgemeinen" einen klaren Kurswechsel der Christsozialen zur Bedingung für eine solche Koalition. Natürlich sei es Anspruch der Grünen mitzugestalten, sagte Habeck. Allerdings gelte: Wenn die CSU an einer "antieuropäischen Politik" festhalte und "weiter Grenzen hochziehen" wolle, "wären Gespräche über eine etwaige Koalition schnell erledigt".

Keine dritte Startbahn am Münchner Flughafen mit den Grünen

Auch die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze formulierte Bedingungen für ein Bündnis mit der CSU. Sie schloss eine Koalition für den Fall aus, dass die CSU auf eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen besteht. Außerdem sprach sich Schulze für die Abschaffung der von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erst in diesem Jahr eingeführten bayerischen Grenzpolizei sowie für Änderungen am bayerischen Polizeiaufgabengesetz aus.

Wirtschaftspolitik ohne Ackergifte, Nitrat und Antibiotika

Ökonomie und Ökologie zusammenbringen, mit Grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben – so beschreibt Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann seine Vorstellung einer zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik. Die Bayern seien weiter als die CSU – sie wüssten, man könne nicht weiter tonnenweise Ackergifte auf die Felder sprühen. Die Grünen wollen Schluss machen mit noch mehr Nitrat im Grundwasser, mit noch mehr Antibiotika in der Massentierhaltung. Diese Agrarpolitik sei doch kein Modell für die Zukunft dieses Landes, so Hartmann vor mehreren hundert Zuhörern.

Gleichberechtigung zentrales Thema bei Katharina Schulze

Mit-Spitzenkandidatin Katharina Schulze setzte in ihrer Rede unter anderem auf das Thema Gleichberechtigung:

"Im Jahre 2018, wo wir hundert Jahre Frauenwahlrecht feiern, da werden wir sicher nicht leiser werden, da werden wir eher lauter werden, für Frauenrechte, für Gleichberechtigung und für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen." Katharina Schulze, Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen

Habeck: "Vertrau keinem, der sagt, Politik ist einfach"

Für den Grünen-Bundesvorsitzenden Robert Habeck kann von der Wahl am Sonntag ein Signal für ganz Europa ausgehen, das wieder Hoffnung macht:

"Vertrau keinem, der sagt, Politik ist einfach. Sorgt dafür, dass sie wieder schwierig wird. Denn die Schwierigkeit der Demokratie ist die Luft, die wir zum demokratischen Atmen brauchen." Robert Habeck, Grünen-Bundesvorsitzender

Es gehe im Kern jetzt um eine Richtungsentscheidung, so Habeck.