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Grünen-Politiker vs. Google-Fahrer: Wer von beiden lügt? | BR24

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Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Landtagsabgeordneten der Grünen Hans Urban. Grund ist ein Eklat im Oktober bei dem Urban angeblich von einem Google-Street-View-Fahrzeug auf seinem Bauernhof angefahren wurde.

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Grünen-Politiker vs. Google-Fahrer: Wer von beiden lügt?

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Grünen-Landtagspolitiker Hans Urban. Grund ist ein Vorfall im Oktober: Urban wurde nach eigener Auskunft von einem Google-Street-View-Auto angefahren. Doch Zweifel an seiner Version erhärten sich.

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Hat der Biobauer und Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban einen von ihm publik gemachten Unfall mit einem Google-Street-View-Auto frei erfunden? Der Biobauer aus dem oberbayerischen Eurasburg erstattete Strafanzeige wegen Körperverletzung. Jetzt wird aber selbst gegen ihn ermittelt. Wegen falscher Verdächtigung.

Mysteriöser Vorfall am Hof Urbans in Oberherrnhausen

Der Fall ist skurril. Urban hatte Fotos veröffentlicht, die eigentlich zeigen sollten, dass ihn Mitte Oktober der Fahrer eines Google-Street-View Fahrzeug angefahren haben soll. Der Grünen-Politiker hatte den 25-jährigen Fahrer sogar angezeigt, wegen Körperverletzung.

Der Fahrer wiederum sprach von Nötigung: Er sei von Urban und einem Nachbarn am Verlassen des Hofes gehindert worden.

Vor den Augen seiner Kinder umgefahren?

Medien hatte Urban gesagt, er habe den Google-Fahrer daran hindern wollen, auf seinem Hof Aufnahmen zu machen und habe sich deswegen vor das Auto gestellt. Der Fahrer habe ihn daraufhin vor sich hergeschoben, bis er vor den Augen seiner Kinder gestürzt sei.

Google-Kamera hat den Vorfall aufgezeichnet

Warum der Google-Fahrer überhaupt auf den Privatgrund gefahren ist, ist derzeit unklar. Was Urban aber anscheinend nicht wusste: Die Kamera des Fahrzeugs hatte den Vorfall aufgezeichnet und darauf sei der Tathergang relativ gut zu sehen, heißt es von der Polizei.

Ermittlungsverfahren wegen falscher Verdächtigung

Laut Staatsanwaltschaft München hat sich der Anfangsverdacht gegen Urban erhärtet. Andrea Mayer von der Staatsanwaltschaft München bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass gegen Urban ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung eingeleitet wurde. Die weiteren Ermittlungen sollen zeigen, ob der Grünen-Politiker die angegebene Körperverletzung seitens den Pkw-Fahrers frei erfunden hat.

Landtagsabgeordneter genießt Immunität

Die Folge kann ein Bußgeld- oder sogar ein Strafverfahren sein. Als Mitglied des Bayerischen Landtages genießt Urban Immunität. Diese schützt einen politischen Mandatsträger vor der Strafverfolgung. Aber: Auch diese Immunität kann aufgehoben werden, wie schon öfters geschehen. Dafür muss die Staatsanwaltschaft aber erst einmal ein Aufhebungsgesuch an das Landtagspräsidium senden. Das ist im Fall Urban derzeit noch nicht passiert.