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Grünen-Politiker Martin Runge: Seit 30 Jahren bedroht | BR24

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Drohungen gegen Martin Runge

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Grünen-Politiker Martin Runge: Seit 30 Jahren bedroht

Seit mehr als 30 Jahren erhält Grünen-Politiker Martin Runge anonyme Drohbriefe. Runge ist Vorsitzender des Landtagsinnenausschusses für kommunale Fragen. Der Inhalt der Droh-Schreiben: Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen.

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Seit Jahrzehnten bekommt Martin Runge anonyme Briefe. Beispielsweise ein verunstaltetes Wahlflugblatt aus den 90er-Jahren: "Juda verrecke" steht darauf, sowie unter seinem Bild "KL-Dachau Nummer 1". KL sei für Alt-Nazis die Abkürzung für Konzentrationslager, erklärt Runge.

Aber nicht nur Schreiben auf Normal- und Zeitungspapier erhält Runge. So schickte ihm jemand im Jahr 2005 eine bemalte Papiertischdecke. Darauf zu sehen: Ein Grabstein mit der Aufschrift "Ermordet auf einer Infoveranstaltung in Gröbenzell", daneben gezeichnet eine Pistole, Pfeil und Bogen sowie ein Kopf, in dem ein Messer steckt. Runge ist auch Kommunalpolitiker und 2. Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell.

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Anonyme Schreiben an Martin Runge

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Anonyme Schreiben an Martin Runge

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Mitteilung, dass Martin Runges Name auf einer NSU-Liste steht

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Anonyme Schreiben an Martin Runge

Telefonische Drohungen haben aufgehört

Abschrecken lasse er sich in seiner Arbeit von solchen Vorgängen nicht, sagt Runge. "Angst hatte ich in diesem Zusammenhang noch nie." Viel unangenehmer als solche Schreiben finde er anonyme Anrufe.

"Früher ist man viel über das Telefon beschimpft und bedroht worden, es waren auch ganz massive Bedrohungen, wie dass man aufgehängt wird und vergast wird und so weiter." Grünen-Politiker Martin Runge

Diese Anrufe hätten inzwischen aufgehört – so ganz erklären kann sich das Runge nicht. Vielleicht lassen sich die Anrufe heutzutage einfacher zurückverfolgen, so seine Mutmaßung. Insgesamt habe sich die Situation für ihn entspannt. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass er sich nach wie vor dem Mobilfunk ebenso verweigert wie den Sozialen Medien. "Aber wenn da etwas Schräges über mich steht, erfahre ich es von meinen Mitarbeitern", erklärt er.

Runge auf der NSU-Liste

Vor acht Jahren hatte die Polizei ihn darüber informiert, dass er mit voller Adresse auf einer Liste des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) steht.