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Grüne wollen stillgelegte Bahn-Nebenstrecken reaktivieren | BR24

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In Bayern wurden in den vergangenen Jahrzehnten etliche Bahn-Nebenstrecken stillgelegt, weil sie als nicht mehr rentabel galten. Die Landtags-Grünen fordern nun die Reaktivierung von insgesamt 18 Strecken – das Verkehrsministerium sieht das anders.

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Grüne wollen stillgelegte Bahn-Nebenstrecken reaktivieren

In Bayern wurden in den vergangenen Jahrzehnten etliche Bahn-Nebenstrecken stillgelegt, weil sie als nicht mehr rentabel galten. Die Landtags-Grünen fordern nun die Reaktivierung von insgesamt 18 Strecken – das Verkehrsministerium sieht das anders.

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Aktuell werden vereinzelt stillgelegte Bahn-Nebenstrecken in Bayern reaktiviert. So soll etwa die Verbindung Gessertshausen-Langenneufach in Schwaben Ende 2022 wieder in Betrieb gehen. Spätestens 2024 sollen auch über die mittelfränkische Strecke Gunzenhausen-Wassertrüdingen wieder Züge fahren. Auch die seit langem diskutierte Verlängerung der Münchner S-Bahn-Linie 7 von Wolfratshausen bis Geretsried soll in knapp zehn Jahren fertig sein.

Grüne fordern mehr Schienenverkehr in ländlichen Regionen

Den Landtags-Grünen sind diese Projekte deutlich zu wenig. Sie wollen - genau wie mehrere Verkehrsverbände und Kommunen - dass das bayerische Verkehrsministerium schnellstmöglich insgesamt 18 schon lange stillgelegte Bahnstrecken im Freistaat reaktiviert. Man habe bei der Stilllegung zu sehr darauf geachtet, ob die Strecken wirtschaftlich rentabel waren, findet Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Dabei habe ein guter Schienenverkehr auch in ländlichen Regionen viele Vorteile:

"Es geht um die Wirtschaftsförderung, es geht um die Förderung des Tourismus, es geht um die Vermeidung des Abgehängtseins in ländlichen Räumen – und einfach um ein Mindestangebot an öffentlicher Mobilität.' Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Landtags-Grünen

Verkehrsminister: Ökologischer Fußabdruck bei Bussen oft besser

Die Grünen sehen die Staatsregierung in der Pflicht, doch Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) sieht das anders. Auf BR-Anfrage teilte Reichhart mit, im Gegensatz zu den Grünen achte sein Ministerium bei Reaktivierungen auf den ökologischen Fußabdruck. Wenn durchschnittlich nicht mindestens 25 Fahrgäste in einem Zug säßen, dann sei ein Bus entlang der Strecke wesentlich umweltfreundlicher. Wenn die Voraussetzungen stimmen, sei man aber offen, weitere Strecken zu reaktivieren.

Ein weiterer Vorwurf der Grünen: Das Verkehrsministerium verwende die verfügbaren Gelder zum Bahn-Ausbau lediglich für die zweite Stammstrecke der Münchner S-Bahn. Auch diesen Vorwurf wies Minister Reichhart zurück. Zudem betonte er, dass die Sanierung von maroden Schienen und ähnliche Bauarbeiten keine Landesaufgabe sei. Der Beitrag Bayerns sei vielmehr, nach einer Reaktivierung für zwölf Jahre einen regelmäßigen Zugverkehr für die Strecken zu bestellen.

mit Informationen von dpa