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Grüne fordern Autogipfel – Aiwanger verteidigt Verbrennungsmotor | BR24

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In Bezug auf die Zukunft der Automobilbranche halten die Grünen einen klaren Kurs in Richtung Innovation vonnöten - und einen neuen bayerischen Autogipfel in anderer Form als bisher.

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Grüne fordern Autogipfel – Aiwanger verteidigt Verbrennungsmotor

Einen neuen Ansatz des Freistaats, um die Zukunft der bayerischen Fahrzeugindustrie zu sichern – das fordern Abgeordnete der bayerischen Grünen in einem Papier, das dem BR vorliegt. Dazu verlangen sie einen neuen bayerischen Autogipfel.

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Knapp ein Viertel der Wirtschaftsleistung in Bayerns verarbeitendem Gewerbe kommt von der Autoindustrie – auch die Grünen finden es daher nötig, sich zur Zukunft der Branche zu positionieren. Wenn man die Fahrzeugindustrie retten wolle, brauche es einen klaren Kurs in Richtung Innovation. Und: Einen neuen bayerischen Autogipfel in anderer Form als bisher bei der Staatsregierung – so die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum, in deren Wahlkreis das kriselnde Bosch-Werk Bamberg liegt:

"Wir wollen einen umfassenden bayerischen Autogipfel. Dazu gehören für uns nicht nur die Oberchefs der Autokonzerne und der Gewerkschaften, sondern auch die Beschäftigten selbst, insbesondere die mittelständischen und kleinen Unternehmen.“ Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum

Grüne wollen weiterhin Verbrennungsmotoren ab 2030 verbieten

Vor allem Zulieferer und kleinere Unternehmen bräuchten mehr Hilfe, um sich auf eine emissionsfreie Mobilität umzustellen, finden die Grünen. Sie wollen ein Lotsensystem als Zugang zu staatlicher Förderung. Durch klimafreundliche Innovationen könnten nach Ansicht der Grünen bis 2030 im Automobobilsektor möglicherweise mehr Arbeitsplätze entstehen als wegfallen. Weitere Jobs erhoffen sie sich darüber hinaus durch Startups im Verkehrssektor außerhalb der Autoindustrie.

Mit Verbrennungsmotoren wollen die Grünen dagegen Schluss machen und fordern einen Zulassungsstopp spätestens 2030. Bayern müsse sich an die Spitze der weltweiten Entwicklung von klimafreundlicher Technik setzen, anstatt einen Schutzwall um Verbrennungsmotoren zu ziehen. "Wir Grünen sprechen nur aus, was jeder sehen kann", so die Bundestagsabgeordnete Badum: "Der Weltmarkt hat sich gegen das fossile Auto entschieden."

Aiwanger verteidigt Verbrennungsmotor

Das sieht Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) anders. Er verteidigt auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks den Verbrennungsmotor gegen die grüne Forderung eines Zulassungsstopps: "Eine grüne Verbotspolitik des Verbrennungsmotors wäre ein Bärendienst an unserem Automobilstandort", findet Aiwanger. Er erwartet Nachfrage im Ausland nach Verbrennungsmotoren deutlich über 2030 hinaus.

"Wenn wir bei uns den Verbrennungsmotor verbieten, können wir auch Exportmärkte kaum noch bedienen. Und auch im Inland zweifle ich daran, dass Elektromobilität für alle der Weisheit letzter Schluss ist." Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Aiwanger will mehrgleisig fahren: "Wir müssen im Antriebsbereich das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Also Elektromobilität und erneuerbares Gas vorantreiben und trotzdem den Verbrennungsmotor verbessern anstatt ihn völlig abzuschaffen."

Wirtschaftsminister hält neuen Autogipfel für unnötig

Ein neuer bayerischer Autogipfel mit Fokus auf kleine Firmen und die Beschäftigten, wie ihn die Grünen fordern, ist nach Ansicht des Wirtschaftsministers völlig unnötig: "Denn unser Automobilforum spricht eben genau mit großen und kleinen Unternehmen, mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern, mit Produktion, Vertrieb und Wartung. Dabei geht es um einen umfassenden Transformationsprozess, aber auch um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten jenseits des Antriebsstrangs."