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Grüne: Kaum Nutzen des Reaktors Garching für Krebstherapie | BR24

© dpa/pa

Der 2004 eingeweihte Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München

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    Grüne: Kaum Nutzen des Reaktors Garching für Krebstherapie

    Die hohen Erwartungen an Krebsbehandlungen im Forschungsreaktor Garching haben sich wohl nicht erfüllt. Von einer "blamablen Pleite" sprechen die Landtags-Grünen, nachdem das Wissenschaftsministerium ihren Fragenkatalog beantwortet hatte.

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    Der Forschungsreaktor in Garching bleibt umstritten. Umweltschützer haben eine Klage wegen des Betriebs mit hochangereichertem Uran eingereicht. Jetzt ergibt eine Anfrage der Grünen: Eine anfangs hochgelobte Anlage zur Krebstherapie wurde kaum genutzt.

    Als der Forschungsreaktor FRM-II der TU München in Garching 2004 Betrieb ging, hatte man mit bis zu 120 Krebspatienten in der Woche gerechnet. Sie sollten sich - als Nebeneffekt zur sonstigen Forschung - hier einer Strahlentherapie unterziehen. Tatsächlich waren es nur ganze 126 Krebspatienten in neun Jahren – und nach 2015 gar keine mehr. Die Medizintechnik habe sich weiterentwickelt, heißt es bei der TU München, die Neutronen-Bestrahlungsanlage werde derzeit umgebaut. Neustart soll 2021 sein - dann auch mit der Bestrahlung von Hirntumoren.

    Grüne: Medizinischer Nutzen nur vorgeschoben

    Für die grünen Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler sind die niedrigen Patientenzahlen (Auslastung: fünf Prozent) allerdings ein weiterer Beleg dafür, dass der medizinische Nutzen des Reaktors in der Öffentlichkeit immer gerne "nach vorne geschoben" werde, wenn es um seine Akzeptanz gerade schlecht bestellt sei. Wegen des Forschungsbetriebs mit hochangereichertem, im Prinzip waffenfähigem Uran als Brennstoff ist der TU-Reaktor in Garching umstritten. Umweltschützer haben deswegen gerade eine Klage eingereicht.

    Forschungsreaktor steht nach Panne still

    Früher habe die TU München mit der Strahlentherapie sogar geworben, mittlerweile verweise sie auf die Herstellung von radioaktiven Isotopen für die Medizin und zuletzt auf mögliche Beiträge zur Coronaforschung, heißt es bei den Grünen. Wenig später wurde bekannt, dass der Reaktor wegen des Austritts von radioaktivem C-14 jetzt erst einmal stillsteht. Wie es weitergeht, muss das Umweltministerium entscheiden.

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