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Grünenchefin Annalena Baerbock bei der Bekanntgabe ihrer Kanzlerinnenkandidatur am 19.04.2021 in Berlin

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"Bringt Power in Wahlkampf": Reaktionen auf Baerbock-Kandidatur

Annalena Baerbock wird die grüne Kanzlerkandidatin. Die Reaktion ihrer eigenen Partei in Bayern fällt eindeutig aus: viel Gratulation, großes Lob. Anerkennung fürs geräuschlose Verfahren gibt es auch von SPD und FDP.

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Von
  • Jasmin Brock

Erleichterung bei Thomas von Sarnowski – der neugewählte Chef des bayerischen Landesverbandes ist froh, dass die Frage nach der Kanzlerinnenkandidatur nun geklärt ist: Zwar wären auch eine Entscheidung für Robert Habeck eine gute gewesen, betonte von Sarnowski im BR-Interview, aber: "Annalena Baerbock ist analytisch sehr stark, sie steht für eine andere Art von Politik. Sie hebt sich ab von den zwei alten Männern, die voraussichtlich gegen sie antreten werden."

Bayerische Grüne freuen sich auf Wahlkampf mit Baerbock – und Habeck

Für Baerbock spreche außerdem, dass "sie mitten im Leben stehe und die Sorgen und Nöte der Bevölkerung kenne". Sie werde "Power in den Wahlkampf und in die Bundesrepublik" bringen. Die nächste Dekade, so von Sarnowski, werde eine Zeit der Veränderung. Der Einsatz für Klimaschutz, Artenvielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt solle dabei im Mittelpunkt stehen.

Die bayerischen Grünen freuten sich nun auf den anstehenden Wahlkampf für Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und mit Robert Habeck [zum Porträt]. Mit Blick auf die gestern aufgestellte Bundestagsliste der bayerischen Grünen erklärten die Landesvorsitzenden von Sarnowski und Eva Lettenbauer: "Wir haben große Energie, tolle Leute und nun auch die optimale Kanzlerkandidatin, um in Bayern in den Wahlkampf unseres Lebens zu starten."

Lob und Gratulation aus der Landtagsfraktion

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, gratulierte Baerbock und sagte dem BR, Baerbock sei eine kompetente, führungsstarke Kanzlerkandidatin und habe einen klaren inneren Wertekompass. Sie stehe für Erneuerung des Landes und habe die Ideen, die Streitbarkeit und die Dialogfähigkeit, um den Klimaschutz voranzutreiben und die Gesellschaft zusammenzuhalten.

Barbara Fuchs, Landtagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, ist besonders stolz auf die Art und Weise, wie sich Habeck und Baerbock geeinigt haben: Es sei unaufgeregt und keine egozentrische Entscheidung gewesen, sondern ein Abwägen.

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Die Grünen nominieren Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin: Die langjährige Grünenchefin und Vize-Präsidentin des Bundestages, Claudia Roth, beantwortet im Rundschau-Interview Fragen zu dieser Entscheidung ihrer Partei.

Claudia Roth: Fehlende Regierungserfahrung kein Manko

Die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestages Claudia Roth hat ihr Lob für Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit Kritik an der Union verknüpft. Baerbocks mangelnde Regierungserfahrung sei überhaupt kein Manko, sagte sie in der "Rundschau" im BR Fernsehen. "Wenn ich mir die Regierungsperformance anschaue von den anderen Kandidaten für die mögliche Kanzlerschaft, dann ist es vielleicht sogar ein Vorteil, wenn jemand so wie Annalena Baerbock mit großer politischer Erfahrung, mit Erfahrung als Abgeordnete, als Landesvorsitzende, als profunde Kennerin von vielen Themen jetzt ihren Hut in den Ring geworfen hat", sagte Roth.

"Bizarrer Machtkampf"

Im Hinblick auf die Union sprach sie von einem "bizarren Machtkampf". "Diese Performance, die die CDU/CSU geliefert hat in den letzten Tagen, ist doch kein Ausweis für eine große und eine gute und eine vertrauenserweckende Politikfähigkeit," sagte Roth.

Reaktionen aus anderen Fraktionen

Auch aus anderen Fraktionen des bayerischen Landtags gab es Reaktionen – nicht nur zur Personalentscheidung Baerbock, sondern auch zum Prozedere. Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag, gratulierte Baerbock auf Twitter und nutzte die Neuigkeit, um in Richtung Union zu sticheln: "Bin in vielen politischen Fragen anderer Meinung als die Grünen, aber wie sie die K-Frage geregelt haben, war wohltuend souverän. Kann man momentan nicht von jeder Partei behaupten." Ähnlich formuliert es Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der Bayern-SPD – sie twitterte, nicht ohne Lob für die eigene Partei, die Grünen hätten ihre K-Frage "wie auch die SPD sehr geschlossen und geräuschlos" geklärt.

Es ist das erste Mal, dass die Grünen einen Kanzlerkandidaten – beziehungsweise eine Kanzlerkandidatin – für die Bundestagswahl bestimmt haben. Formell muss die Entscheidung, die Baerbock und Habeck zusammengetroffen haben, noch der Parteitag im Juni bestätigen.

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