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Grüne fordern Tempolimit auf der A8 | BR24

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Tempolimit 130 auf der Autobahn (Archivbild)

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Grüne fordern Tempolimit auf der A8

Immer mehr Unfälle auf der A8 sorgen für heftige Debatten rund um ein mögliches Tempolimit. Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern testweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 Stundenkilometer zwischen Günzburg und Augsburg.

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Die Diskussion um eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen ist inzwischen ein "Klassiker" innerhalb der Parteien, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Aufgrund der häufig sehr schweren Unfälle auf der A8 zwischen Ulm und München drängen die bayerischen Grünen nun auf eine rasche Lösung. Zwar sind Schilderbrücken mit digitalen Tempoanzeigen bereits in Planung. Dem Grünenabgeordneten Maximilian Deisenhofer gehe das aber viel zu langsam, wie er sagt.

Hohe Verkehrsdichte führt zu Unfällen

Tatsächlich gibt es immer mehr Unfälle auf der A8 zwischen Ulm und München. Das hat eine Anfrage der Grünen ergeben. Demnach ereigneten sich auf der Strecke im Jahr 2014 insgesamt 1.668 Unfälle. 2018 waren es 1.945 Verkehrsunfälle. In den vergangenen fünf Jahren bedeutet dies demnach ein Anstieg von knapp 17 Prozent.

Der Anstieg hängt allerdings auch damit zusammen, dass das Verkehrsaufkommen zugenommen hat: Ein großer Teil der Strecke wurde in diesem Zeitraum von vier auf sechs Spuren ausgebaut. Die Zahlen seien also nur bedingt miteinander vergleichbar, räumt Deisenhofer ein. Dennoch sei das subjektive Empfinden vieler Anwohner damit bestätigt worden, dass die Anzahl der schweren Unfälle zugenommen habe.

"Seit dem sechsspurigen Ausbau sind die Unfallzahlen signifikant angestiegen, das ist zunächst einmal für die Betroffenen schlimm, für die Wartenden im Stau, aber auch für die Rettungskräfte und Polizisten, die das in der Region oft nur ehrenamtlich machen." Maximilian Deisenhofer, Bündnis 90/Die Grünen

Viele Unfälle wegen zu hohem Tempo

Laut Statistischem Bundesamt gehören zu den Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeiten, ein ungenügender Abstand zum Vordermann und Fehler beim Überholen. Letzten Endes hätten die schweren Unfälle mit zu hohen Geschwindigkeiten zu tun, sagt Deisenhofer und will nun Abhilfe schaffen. Außerdem suche er nach einer Lösung nicht nur für Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die vom Lärm und den Unfällen geplagten Anrainer-Gemeinden.

Tempo 130 im Testbetrieb

Die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, ab dem Jahr 2022 auf der Strecke von Neusäß bis München Schilderbrücken mit Geschwindigkeitsanzeigen zu bauen, gingen laut dem Grünen-Abgeordneten in die richtige Richtung, trotzdem drängt er jetzt auf eine Zwischenlösung. So könne man zwischen Günzburg und Augsburg bereits heute ein Tempolimit einführen, um zu sehen, ob diese Maßnahme tatsächlich die Unfallzahlen reduzieren würde.

" Wenn wir dann die Zahlen haben, könnte man weiter überlegen ob das eine Lösung ist, die für Autofahrer und Autofahrerinnen das Beste ist, oder ist es eine Maßnahme, die gar nicht so viel bringt. Dann muss man sich etwas anderes überlegen." Maximilian Deisenhofer, Bündnis 90/Die Grünen

Seiner Meinung nach bestünde aufgrund der aktuellen Unfallzahlen entsprechender Handlungsdruck. Der Verkehrsausschuss im Landtag wird voraussichtlich kommenden Dienstag über den Antrag der Grünen beraten.

Innenministerium gegen generelles Tempolimit

Bereits im Januar erklärte der Sprecher des Bayerische Innenministeriums, Michael Siefener, gegenüber dem BR, dass Tempolimits an unfallgefährdeten Stellen sinnvoll seien. Langsames Fahren führe selbstverständlich zu weniger Unfällen, mit weniger schlimmen Verletzungen.

Bei der Frage nach einem allgemeinen Tempolimit liegt das Bayerische Innenministerium ganz auf Linie von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der an dem Nutzen einer generellen Höchstgeschwindigkeit zweifelt.

Anfang dieses Jahres gab Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin bekannt, dass kein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen geplant sei.