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Grüne fordern stärkeren Schutz für Bayerns Feldhamster | BR24

© dpa-Bildfunk/Uwe Anspach

Der Feldhamster galt einst als Ernteschädling. Inzwischen ist er vom Aussterben bedroht.

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    Grüne fordern stärkeren Schutz für Bayerns Feldhamster

    In Bayern gibt es nur noch wenige Feldhamster. Schuld sind unter anderem Flächenfraß und die Intensivierung der Landwirtschaft. Auch die Populationen in Unterfranken haben zu kämpfen. Die Grünen im Landtag fordern nun stärkere Schutzmaßnahmen.

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    Einst galt der Feldhamster als unbeliebter Ernteschädling, gefürchtet bei Landwirten. Klimawandel, Flächenverbrauch und die Intensivierung der Landwirtschaft haben jedoch dafür gesorgt, dass der Feldhamster selten geworden ist. Die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag fordert nun, eine dringende Ausweitung der Schutzmaßnahmen. Sonst würden die Tiere womöglich aussterben.

    Feldhamster in Teilen Bayerns bereits ausgestorben

    In einigen Regionen Bayerns ist dies bereits der Fall. Laut des Landesamts für Umwelt etwa in Schwaben oder Oberfranken. Eine der größten verbliebenen Populationen in Deutschland lebt in Unterfranken; insbesondere in den Landkreisen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen. Doch auch hier haben die Nagetiere zu kämpfen.

    In den durch das Artenhilfsprogramm geschützten Flächen, konnten im vergangenen Jahr in Unterfranken 517 Baue gezählt werden. Das ergab eine aktuelle Anfrage der Grünen an die Landesregierung. Das sind weniger als in den beiden Jahren zuvor. Zugleich wurde aber auch eine deutlich größerer Fläche betrachtet.

    Aus Sicht der Grünen steht fest: "Der Feldhamster braucht unsere Hilfe, denn seine Anzahl schwindet hier in Bayern rapide", so Patrick Friedl, naturschutzpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Im Juli hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Feldhamster als weltweit "vom Aussterben bedroht" eingestuft.

    Landwirte erhalten Entschädigung für Schutz des Tiers

    Insgesamt beträgt das Verbreitungsgebiet in Bayern nach Angaben der Grünen etwa 50.000 Hektar. Der Freistaat versucht seit 2002 mit dem Artenhilfsprogramm "Feldhamster" dem Aussterben entgegenzuwirken. Zum Beispiel erhalten Landwirte seitdem eine Entschädigung, wenn sie zum Feldhamsterschutz circa fünf Meter breite Getreidestreifen unbeerntet stehen lassen. Das bietet den Feldhamstern Nahrung und Deckung, bis sie sich im Oktober für den Winterschlaf unter die Erde zurückziehen.

    Grüne wollen Artenhilfsprogramm ausweiten

    Die Grünen bemängeln jedoch, dass das Artenhilfsprogramm "viel zu wenig" Teilnehmer hätte. 2019 haben 81 Landwirte in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg insgesamt 477 Getreidestreifen für die Feldhamster freigehalten.

    Nach Angaben des Umweltministeriums werde derzeit geprüft, ob eine Ausweitung der Hilfsmaßnahmen möglich ist, etwa durch zusätzliche Förderungen oder Beratungsangebote. Die Würzburger Landtagsabgeordnete Kerstin Celina (Grüne) befürchtet: "Wenn wir unsere Anstrengungen zum Schutz der Feldhamster nicht deutlich verstärken, wird diese Art in zwanzig Jahren in Bayern nicht mehr vorkommen."

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