BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Grüne fordern Bewässerung der Weinberge mit Regenwasser | BR24

© BR Fernsehen

Die Trockenheit bereitet den fränkischen Winzern seit Jahren große Probleme. Jetzt äußern sich die bayerischen Grünen zum Thema und fordern eine nachhaltige Bewässerung - und zwar mit Regenwasser anstelle von Grund- oder Flusswasser.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Grüne fordern Bewässerung der Weinberge mit Regenwasser

Die Trockenheit macht den fränkischen Winzern schon seit Jahren große Probleme. Die Grünen fordern eine nachhaltigere Bewässerung der Weinberge – und zwar mit Regenwasser statt Grund- oder Mainwasser. Sie sehen die Staatsregierung in der Pflicht.

6
Per Mail sharen
Von
  • Christiane Scherm
  • Marcus Filzek

Unterfranken ist eine der trockensten Regionen Deutschlands: Deshalb sieht der Schweinfurter Landtagsabgeordnete Paul Knoblach von den Grünen die fränkischen Weinberge in Gefahr und fordert die Bayerische Staatsregierung zum Handeln auf. Seiner Meinung nach sollte sie die Winzer dabei unterstützen, eine nachhaltigere Bewässerung der Weinberge einzurichten.

Winzer sollten Regenwasser zum Bewässern verwenden

Die Winzer sollten vor allem auf Regenwasser zurückgreifen. "Die Nutzung von Oberflächengewässern wie dem Main sollte stark beschränkt sein. Auf Grundwasser sollte weitestgehend verzichtet werden", heißt es in einem Schreiben Knoblachs an Landwirtschaftministerin Michala Kaniber (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Eine Bewässerung nur mit Regenwasser hätte laut Knoblach weitere Vorteile: Erosionsschutz, Schutz vor Nitrat im Trinkwasser und Hochwasserschutz.

Speicherseen im Winter mit Regenwasser befüllen

Paul Knoblach begrüßt die Idee, Speicherseen anzulegen, die im Winter befüllt werden. Nach Ansicht der Grünen soll diese Befüllung aber vor allem mit Regenwasser und nicht mit Grundwasser oder Mainwasser erfolgen. Er fordert die Staatsregierung auf, bis zum Jahresende einen konkreten Plan vorzulegen. Der soll aufzeigen, "wie die gefährdeten Rebflächen über 2030 hinaus im Ertrag gehalten werden können. Wenn nichts geschieht, verschwindet ein Drittel unserer fränkischen Weinberge", so Knoblach.

Eine Möglichkeit wäre auch, die Weinstöcke stärker auszuschneiden und so den Wasserbedarf zu verringern. Die Winzer müssten sich außerdem mehr um den Boden als Wasserspeicher kümmern, so der Abgeordnete.

Pilotprojekt zur Bewässerung von Weinbergen

Als weinbaupolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion spricht sich Knoblach für ein Pilotprojekt der Staatsregierung aus, das sich mit der Bewässerung von Weinbergen beschäftigt. Auf dieses Projekt hätten sich mehrere Kommunen von der Mainschleife bis zum Steigerwald beworben und hoffen nun auf den Fördersatz von bis zu 50 Prozent.

Mehrere Weinorte haben sich um Fördermittel beworben

Beworben hatte sich zum Beispiel der Weinort Nordheim im Landkreis Kitzingen. Die Idee: Im Winter Wasser aus dem Main pumpen und in einem See speichern. Iphofen am Rande des Steigerwalds plant, Main-Wasser in Kitzingen abzupumpen. Über eine zwölf Kilometer lange Leitung soll es nach Iphofen transportiert und dort ebenfalls in einem See gespeichert werden. Noch im Januar will das Bayerische Umweltministerium entscheiden, welches Projekt den Zuschlag bekommt.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!