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Grüne fordern besseren Kinderschutz in Bayern | BR24

© pa/dpa/Ulrich Perrey

Schaukelndes Kind auf einem Spielplatz (Symbolbild).

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    Grüne fordern besseren Kinderschutz in Bayern

    Nicht zuletzt die Corona-Krise zeigt: Kinder brauchen Sicherheit und Schutz. Für die Grünen im Landtag gibt es dabei im Freistaat noch Luft nach oben - heute haben sie ein entsprechendes Antragspaket vorgestellt.

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    Eine bessere psychiatrische Versorgung im Notfall, jährlich eine Themenwoche und eine App für hilfesuchende Kinder: Mit diesen und anderen Maßnahmen wollen die Landtags-Grünen die Situation von Kindern im Freistaat stärken. "Gerade in der Pandemie sehen wir die Defizite", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze heute bei der Vorstellung der Forderungen im Landtag. " Deswegen ist es entscheidend, dass wir die Kinderrechte nach vorne stellen."

    Laut den Grünen ist Bayern beim Kinderschutz im gesamtdeutschen Vergleich nur im Mittelfeld. So hätten die Behörden im vergangenen Jahr im Freistaat knapp 20.000 Fälle von Kindeswohl-Gefährdungen registriert - vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei 67 Prozent der Fälle sei die Meldung begründet gewesen und habe zu weiteren Maßnahmen geführt.

    Grüne: Kinderrechte in die Verfassung

    Mit Blick auf die Dimension der Herausforderung betonte Johannes Becher, in der Fraktion Sprecher für frühkindliche Bildung, dass beim Kinderschutz verschiedene Aufgaben zusammengebracht werden müssten - "von der Medizin, der Justiz, vom Bildungsbereich und dem sozialen Bereich". Daher brauche es, genau wie auf Bundesebene, einen unabhängigen Kinderschutz-Beauftragten auch in Bayern. Zudem sollten Kinderrechte nach dem Willen der Grünen explizit in der Verfassung verankert werden.

    "Kinder-App" für Kinder in Not

    Mit der geforderten "Kinder-App" wollen die Grünen betroffenen Kindern und Jugendlichen "im Gefährdungsfall den schnellen Hilferuf via Smartphone" ermöglichen. Darüber hinaus plädieren sie für eine jährliche Kinder-Themenwoche mit bayernweiten Veranstaltungen, um alle Beteiligten beim Thema Kinderschutz zu sensibilisieren.

    Zuerst brauche es jedoch eine klare Analyse der aktuellen Situation. Denn es fehle ein Überblick, welche Strukturen bayernweit existieren, wie sie verzahnt seien und welche Maßnahmen wie in Anspruch genommen werden. Noch im September sollen die meisten der Grünen-Forderungen im Sozialausschuss des Landtags besprochen werden.

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