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Die ehemalige Mülldeponie in Karlstein

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Grüne Energie von ehemaliger Mülldeponie bei Karlstein am Main

Grüne Energie von ehemaliger Mülldeponie bei Karlstein am Main

Die Stadtwerke Aschaffenburg wollen auf der ehemaligen Mülldeponie in Karlstein ein großes Solarkraftwerk errichten. Mit Hilfe des Kraftwerks soll dann Wasserstoff erzeugt werden, mit dem die künftige Busflotte in Aschaffenburg betrieben werden soll.

Die frühere Mülldeponie am Ortsrand von Karlstein-Dettingen soll neuen Nutzen bringen: Die Aschaffenburger Stadtwerke planen, auf dem Areal eine sechs Hektar große Photovoltaik-Anlage zu errichten. Eigentümer der Altmülldeponie ist die Stadt Aschaffenburg, die auch in der Nachsorge-Pflicht ist. "Die Energie, die wir dort erzeugen, könnte ins öffentliche Netz eingespeist werden. Wir wollen aber einen Schritt weitergehen und aus einer großen Teilmenge der dort erzeugten Energie über eine Elektrolyse Wasserstoff erzeugen", so der Geschäftsführer der Aschaffenburger Stadtwerke, Dieter Gerlach, im BR-Gespräch.

Erste Gespräche für Umsetzung des Bauprojekts

Mit dem Wasserstoff sollen unter anderem Fahrzeuge der Stadtwerke und der Verkehrsbetriebe betrieben werden. Geplant sind nämlich mit Wasserstoff betriebene Busse im Aschaffenburger Stadtverkehr einzusetzen. Ende vergangener Woche hat es erste Gespräche mit einem Umweltarbeitskreis in Karlstein gegeben. Um das Projekt umsetzen zu können, müsste die Gemeinde zunächst einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg bringen.

Sanierung und Umwandlung zum Solarkraftwerk geplant

Es besteht Handlungsbedarf, denn die Deponie ist ein Sanierungsfall. Neben Hausmüll lagern dort auch Industrieabfälle: "Die Deponie hat zudem noch den Nachteil, dass sie teilweise im Grundwasser steht", erklärt Dieter Gerlach und fährt fort: "Deswegen haben wir die Situation seit 20 Jahren sehr genau beobachtet. Wir haben Bohrungen in Auftrag gegeben und ein Sanierungskonzept aufgestellt." Denn Regenwasser könnte Schadstoffe wie Arsen ausspülen und ein Teil der Deponie reicht bis ins Grundwasser hinein. Dadurch könnten Schadstoffe in den Main gelangen.

Aktuell sind für das Bauprojekt laut Gerlach Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro geplant – für das Versiegeln des Geländes und die Solar-Anlage. Würde man den ganzen Müll herausbaggern, würde das zehn Millionen Euro kosten, sagt Gerlach.

Photovoltaik-Anlage würde zusätzlichen Schutz bieten

Bohrungen hätten Gerlach zufolge gezeigt, dass derzeit jedoch keine Gefahr fürs Grundwasser besteht. Indem man die Oberfläche der Deponie versiegelt, würde verhindert, dass weiter Niederschläge auf die Altlasten fallen und diese weiter ausspülen. Eine großflächige PV-Anlage noch oben darüber würde zusätzlich für Schutz sorgen. Im nächsten Schritt ist nun die Gemeinde Karlstein am Zug, um für Baurecht zu sorgen. Bis Anfang der 1970er Jahre entsorgten die Stadt Aschaffenburg und die Gemeinden Kleinostheim und Karlstein am Main ihren Hausmüll auf dem neun Hektar großen Gelände nördlich des Gewerbegebiets Pfingstweide bei Karlstein.

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