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Großübung "Muschelkalk": Einsatzkräfte proben den Ernstfall | BR24

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Rund 300 Einsatzkräfte haben in der unterfränkischen Muschelkalk-Gemeinde Kirchheim den Ernstfall geprobt: ein Unglück an einem Bahnübergang - mit Güterzug, Pkw und 50 Verletzten. Das erste Fazit der Großübung "Muschelkalk" fällt positiv aus.

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Großübung "Muschelkalk": Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Rund 300 Einsatzkräfte haben in der unterfränkischen Muschelkalk-Gemeinde Kirchheim den Ernstfall geprobt: ein Unglück an einem Bahnübergang - mit Güterzug, Pkw und 50 Verletzten. Das erste Fazit der Großübung "Muschelkalk" fällt positiv aus.

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Die Bahnstrecke zwischen Kirchheim im Landkreis Würzburg und der baden-württembergischen Nachbargemeinde Wittighausen ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt. Diese Sperrung haben Einsatzkräfte auf beiden Seiten der Landesgrenze nun für eine gemeinsame Übung genutzt, die so nicht alle Tage vorkommt. Der Titel der Großübung: "Muschelkalk". Mit dabei waren rund 300 Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen und Feuerwehren.

© BR/Jochen Wobser

Großübung "Muschelkalk" bei Kirchheim in Unterfranken

Großübung an der Landesgrenze: Güterzug kollidiert mit mehreren Pkw

Für die Übung haben Experten der Kreisbrandinspektion und des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im Landkreis Würzburg ein Horrorszenario entwickelt: einen Zusammenstoß zwischen einem Güterzug und mehreren Pkw am Bahnübergang. Die Lok des Güterzugs, so das angenommene Szenario, gerät durch den Zusammenstoß in Brand. Ein voll besetzter Linienbus, der kurz danach an den Unfallort kommt, muss ausweichen. Mehrere Businsassen werden bei dem Ausweichmanöver verletzt.

50 realistisch geschminkte "Unfallopfer"

Insgesamt 50 Verletzte sah das Szenario vor. Und damit die Übung so realitätsnah wie möglich ablaufen konnte, sind die Darsteller der Unfallopfer vor der Übung aufwändig geschminkt und mit teils heftigen Wunden versehen worden. Für die 250 Einsatzkräfte, viele davon ehrenamtlich in Feuerwehren oder Rettungsdiensten aktiv, war die Übung eine große Herausforderung. Sie kannten im Vorfeld zwar den ungefähren Zeitpunkt der Übung, hatten jedoch keinerlei Informationen über Ort und Hergang des Unfalls. Auch über die Zahl der Verletzten war nichts bekannt.

© BR/Jochen Wobser

Großübung "Muschelkalk" bei Kirchheim in Unterfranken

Beobachter und Kameras dokumentierten den Verlauf

Als dann fünf Minuten nach Start der Übung der erste Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim an der Unfallstelle eintraf, war von einem Übungscharakter nichts zu spüren. Die Einsatzkräfte fanden ein heilloses Durcheinander vor. Über 400 Meter erstreckte sich der Unfallbereich. Verletzte lagen im Straßengraben und neben dem Zug im Gleisbett. Drei Fahrzeuge waren in Böschungen verkeilt, dazu qualmte ein Bus voller panischer Menschen. Etwa 20 Beobachter der beteiligten Organisationen begutachteten das Verhalten der Einsatzkräfte, außerdem dokumentierten Kameras und eine Drohne den Verlauf des vierstündigen Einsatzes.

© BR/Jochen Wobser

Großübung "Muschelkalk" bei Kirchheim in Unterfranken

Detaillierte Erkenntnisse sollen bis September vorliegen

Besonderes Augenmerk galt dabei, wie das Zusammenspiel der aus zwei verschiedenen Bundesländern kommenden Einsatzkräfte funktionierte. Andere Punkte waren zum Beispiel, wie schnell und strukturiert der provisorische Sammelplatz für Verletzte eingerichtet wurde oder die Organisation der Krankentransporte.

In den nächsten Wochen sollen die gesammelten Eindrücke und Daten analysiert und dann aufgearbeitet werden. Das erste Fazit des Übungsleiters der Rettungsdienste, Paul Justice, fällt positiv aus. Die Schnittstelle zwischen den einzelnen Organisationen habe funktioniert und auch die Führungsstrukturen seien "effektiv gebildet" worden. Und noch etwas ist erfreulich: Bei dieser Übung hat es keine echten Verletzten gegeben.