Eine Fledermaus.
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Gefährdete Fledermausarten finden im Winter in der Kellergasse am Wunsiedler Katharinenberg einen Rückzugsort. Nun werden weitere Keller saniert.

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Großes Fledermauswinterquartier: Sanierung rückt näher

Dank eines Förderbescheids über 515.000 Euro werden weitere Keller am Katharinenberg in Wunsiedel saniert. Das Baudenkmal ist eines der größten Fledermauswinterquartiere in Oberfranken. Entstehen soll dort ein einzigartiges unterirdisches Labyrinth.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In Wunsiedel können zwölf weitere historische Keller saniert werden. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hat am Freitagvormittag einen Förderbescheid über 515.000 Euro überreicht.

Kellergasse: Fledermausquartier und Attraktion für Wunsiedel

Mit dem Geld soll einerseits das Baudenkmal Kellergasse mit seinen 51 Kellern und andererseits eines der größten Fledermauswinterquartiere in Oberfranken geschützt werden. Bei der Übergabe in Wunsiedel sprach Umweltminister Glauber von einer "Win-win-Situation". In der Kellergasse am Katharinenberg würden gefährdete Fledermausarten einen Rückzugsort finden. Schon jetzt nutzten sie im Winter jene elf von insgesamt 51 Kellern, die bereits im Jahr 2021 saniert worden sind. Außerdem sei die historische Kelleranlage eine wichtige Attraktion für Wunsiedel.

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"Ein Kühlschrank aus der Vergangenheit"

Die Kelleranlage war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Wunsiedler "Hausberg" im Fichtelgebirge getrieben worden. Früher wurde dort Bier gelagert. Bis in die 1990e-Jahre hinein nutzten die Wunsiedler die Keller auch für das Einlagern von Gemüse wie Kartoffeln. Laut Landrat Peter Berek (CSU) herrscht darin eine konstante Temperatur von acht Grad, damit seien sie mit einem "Kühlschrank aus der Vergangenheit" vergleichbar. In den vergangenen Jahrzehnten verfielen die Mauern allerdings immer mehr. Landrat Berek freut sich, dass nun neues Leben einziehe.

Tunnelsystem soll auch im Sommer für Fledermäuse geeignet sein

Sobald auch die letzten 28 Gewölbekeller saniert und die alten Verbindungsgänge wieder freigelegt sind, soll Berek zufolge ein einzigartiges, 900 Meter langes und zwölf Meter in die Tiefe reichendes, verzweigtes Labyrinth entstanden sein. Dieses könne von Fledermäusen dann auch im Sommer als Lebensraum genutzt werden. Organisiert und durchgeführt werden die Sanierungsmaßnahmen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wunsiedel. 

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Die Kelleranlage war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Wunsiedler Hausberg getrieben worden. Früher wurde dort Bier gelagert.

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