BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Großer Reformbedarf bei den städtischen Museen in Nürnberg | BR24

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

In den sieben städtischen Museen Nürnbergs herrscht Reformstau. Der Chef der Nürnberger Museen, Thomas Eser, will die Einrichtungen aber in den nächsten Jahren modernisieren - auch wegen der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Großer Reformbedarf bei den städtischen Museen in Nürnberg

In den sieben städtischen Museen Nürnbergs herrscht Sanierungs- und Reformstau. Der Chef der Nürnberger Museen, Thomas Eser, sieht Handlungsbedarf – auch wegen der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025.

Per Mail sharen
Von
  • Anja Bühling

Der Chef der Nürnberger Museen, Thomas Eser, will die Einrichtungen in den nächsten Jahren modernisieren – schließlich will Nürnberg bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 auch mit seiner Museumslandschaft punkten. Als drängendste Aufgaben bezeichnet Eser den Umbau des Dokumentationszentrums ehemaliges Reichsparteitagsgelände und die Neukonzeption im Fembohaus, das die Stadtgeschichte Nürnbergs zwischen 1050 und dem späten 18. Jahrhundert darstellt.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Das Dokumentationszentrum, das 2001 eröffnet wurde, ist ein Besuchermagnet, der jährlich rund 300.000 Gäste anzieht, darunter viele aus dem Ausland. Daher sei es mittlerweile zu klein geworden. Auch die mediale Ausstattung und typische bautechnische Merkmale seien nicht mehr auf dem neuesten Stand – etwa beim Brandschutz und bei der Barrierefreiheit, sagte Eser im Gespräch mit der Bayern2-Regionalzeit Nord.

Bauarbeiten ab September 2020

Bereits im September soll dort der Bauzaun aufgestellt werden. Im neuen Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Für die dreijährige Umbauphase ist eine reduzierte Dauerausstellung geplant, damit das Doku-Zentrum auch weiterhin für Besucher geöffnet bleiben kann.

Neue Konzeption für Fembohaus

Beim Fembohaus sieht Eser auch bei der Konzeption deutlichen Reformbedarf. Zwar werde das Stadtmuseum auch zukünftig mit historischen Exponaten arbeiten, aber es müsse zusätzliche Informationsmöglichkeiten anbieten, die technisch up to date sind, so der Museums-Chef.

"Das Schrifttafel-Museum hat ausgedient. Das Museum, das mir beispielsweise ermöglicht, mit meinem Handy weitere Informationen zum Ausstellungs-Objekt zu bekommen, dem gehört die Zukunft." Thomas Eser, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg

Doch auch in anderen städtischen Nürnberger Museen ist in den kommenden Jahren einiges geplant: So wird etwa der Saal 600 im Memorium Nürnberger Prozesse vom Gerichtssaal zum Museum.

Schließung des Museums Industriekultur

Das Museum Industriekultur wird im Jahr 2023 für ein Jahr komplett geschlossen, weil es einerseits konzeptionell neu ausgerichtet werden soll, aber andererseits neue Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden müssen.

Bewerbung zur Kulturhauptstadt als Hoffnung

Die Bewerbung Nürnbergs als Europäische Kulturhauptstadt verbindet Eser mit gewissen finanziellen Hoffnungen. Zwar sei nicht mit so viel EU-Mitteln zu rechnen, aber es seien Fördermittel von Bund und Freistaat in Aussicht gestellt, falls Nürnberg den Zuschlag bekommen würde. Man dürfe dann mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag rechnen – Geld, das die städtische Museumslandschaft in den bevorstehenden mageren Jahren gut gebrauchen könne.