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Großer Ansturm auf FFP2-Masken in Niederbayerns Apotheken

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    Großer Ansturm auf FFP2-Masken in Niederbayerns Apotheken

    So lange Menschenschlangen kennt man bislang nur vor Geschäften. Heute wurden auch Niederbayerns Apotheken gestürmt. Der Grund: Die erste kostenlose Ausgabe von FFP2-Masken an Menschen über 60 Jahre oder welche mit chronischen Erkrankungen.

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    Von
    • Kathrin Unverdorben
    • BR24 Redaktion

    Der Kundenansturm auf niederbayerische Apotheken am Morgen war gewaltig. Die kostenlosen FFP2-Masken für Menschen über 60 Jahre oder welche mit chronischen Erkrankungen wurden den Apothekern förmlich aus den Händen gerissen, sagen die niederbayerischen Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbands.

    2.000 Masken am ersten Tag

    In der Deggendorfer Bahnhof-Apotheke von Barbara Absolon wurden bis Mittag 1.200 FFP2-Masken herausgegeben. Ihr Kollege Stefan Burgstaller von der St. Josefs-Apotheke in Fürstenzell im Kreis Passau rechnet mit 2.000 herausgegebenen Masken am Tagesende. Vor allem zwischen 10 und 11 Uhr vormittags sei es zu Schlangen in und vor den Apotheken gekommen.

    Apotheker erhofft sich Image-Gewinn

    Die Kunden sind größtenteils geduldig, aber nicht immer besonders freundlich, sagt Apothekerin Absolon: "Viele sind sehr fordernd und bis heute Mittag hat nur Einer 'Danke' gesagt". Sie werde nun ihre Vorräte für treue Stammkunden vorhalten, denn es waren viele in der Deggendorfer Apotheke, die sie noch nie gesehen habe. Das Gleiche berichtet Apotheker Burgstaller aus Fürstenzell. Er glaubt, dass hier ein Zeichen gesetzt werden könne, gegen die anonymen Internet-Apotheken und für das gute Image der Apotheken vor Ort. Bei ihm gibt es einen eigenen Eingang zu der Ausgabestelle der Masken - daher keine Probleme mit allzu langen Schlangen. Jeder bekomme bei ihm die drei kostenlosen FFP2-Masken, auch wenn es einen Tag dauern könne, bis die neue Lieferung da sei. Tausende Masken wurden bereits nachbestellt.

    Mit tausenden Euro in Vorleistung

    In vielen Apotheken sind die Vorräte am ersten Tag bereits knapp geworden. Ein Problem mit der Nachbestellung gebe es nicht, außer dass die Preise stark schwanken würden: "Kurzfristige Nachbestellungen können das Doppelte kosten", sagt Stefan Burgstaller. "Wir müssen mit vielen tausend Euro in Vorleistung gehen und hoffen - durch die Pauschale - das Geld wieder reinzubekommen. Wann ist ungewiss", meint Barbara Absolon.

    Vorwurf: "Goldene Nase für Apotheker"

    Dass sie sich "eine goldene Nase" verdienen würden - so wie es ihnen vorgeworfen wurde - sei absolut nicht wahr. Im Gegenteil, sagen beide Apotheker: "Wenn ich am Ende mit plus minus Null rauskomme, aber das Image der Apotheken vor Ort aufgebessert wurde, bin ich zufrieden", so Burgstaller. Ungerecht findet er, dass jede Apotheke eine Fall-Pauschale bekommt, egal, wie viele Masken herausgegeben wurden. So würde zum Beispiel ein Apotheker, der bekennender Masken-Verweigerer sei, auch Geld bekommen, obwohl er keine einzige Maske herausgebe.

    "Aus den Medien von der Mammutaufgabe erfahren"

    Ebenso sind sich beide einig, dass sie zu spät von der "Mammutaufgabe" erfahren hätten - und "nur aus den Medien". "Aber wir schaffen das und tun das vor allem für unsere Kunden", so Apotheker Burgstaller. "Das soll am Ende auch zeigen, dass wir den Online-Apotheken, die sich an dieser Aktion nicht beteiligen, voraus sind."

    FFP2-Masken für 27 Millionen Deutsche

    Das Bundesgesundheitsministerium hatte vergangene Woche die kostenlose Ausgabe von FFP2-Masken in Apotheken verfügt. 27 Millionen Deutsche gehören zu der Gruppe der über 60-Jährigen oder chronisch Kranken. Insgesamt sollen 400 Millionen Masken verteilt werden. Jeder Betroffene bekommt ab Dienstag drei Stück. 2,5 Milliarden Euro wird das den Bund kosten, heißt es.

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