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Großeinsatz der Polizei nach Streit in Ankerzentrum Geldersheim

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    Großeinsatz der Polizei wegen Streit in Ankerzentrum

    Eine Auseinandersetzung zwischen zwei großen Personengruppen sorgte für einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei im Ankerzentrum in Geldersheim bei Schweinfurt. Erst nach der Festnahme zweier Wortführer beruhigte sich die Situation langsam.

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    Von
    • Wolfram Hanke

    Bei einer tätlichen Auseinandersetzung von zwei großen Gruppen wurde am Sonntagabend ein Mann am Kopf verletzt. Auch ein Polizeibeamter verletzte sich leicht. Über Stunden hatte die Polizei zuvor versucht, zwei aufgebrachte rund 15 Mann starke Gruppen zu trennen. Erst nach der Festnahme zweier Wortführer beruhigte sich die Situation in dem Ankerzentrum langsam. Gegen 21.00 Uhr am Abend hatte der Sicherheitsdienst der Sammelunterkunft die Polizei alarmiert. Aus bislang noch ungeklärter Ursache hatte sich dort zwischen algerischen und nigerianischen Staatsangehörigen ein Streit entwickelt.

    Streit zwischen Algeriern und Nigerianern

    Dieser verlagerte sich von der ersten Etage eines Unterkunftsgebäudes vor das Haus. Immer mehr Bewohner bewaffneten sich der Polizei zufolge mit Schlagwerkzeugen wie Holzlatten und versuchten, auch gegen Einsatzkräfte vorzugehen. Erst einem Großaufgebot an Beamten gelang es, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Unter anderem waren dabei die Einsatzzüge der Operativen Ergänzungsdienste Schweinfurt, Würzburg und Aschaffenburg im Einsatz. Erst die Festnahme von zwei Wortführern der nigerianischen Staatsangehörigen führte dazu, dass die Lage im Ankerzentrum sich gegen Mitternacht langsam entspannte.

    Wortführer festgenommen

    Die beiden Wortführer wurden zur Polizeiinspektion Schweinfurt gebracht und in Sicherheitsgewahrsam genommen. Ein Richter soll heute entscheiden, wie lange dieser Gewahrsam andauert. Ein Algerier erlitt bei der Auseinandersetzung eine Kopfverletzung und musste durch den Rettungsdienst in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht werden. Um eine Gefährdung für die Sanitäter auszuschließen, sei die Erstbehandlung vor Ort dabei nur mit starker Unterstützung von Polizeikräften möglich gewesen, so die Polizei. 

    50 Streifenwagen vor Ort

    In der Spitze befanden sich bei der Auseinandersetzung am Sonntagabend knapp 50 Streifen aus ganz Unterfranken im Einsatz. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die weiteren Ermittlungen übernommen und versucht nun die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung und insbesondere den genauen Tatablauf am Sonntagabend zu klären. In dem Ankerzentrum sind derzeit gut 800 Menschen untergebracht. Mehrfach stand die Einrichtung im vergangenen Jahr unter Quarantäne, weil sich Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hatten.

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