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Große Unterschiede: Das verdienen Pflegekräfte in Bayern | BR24

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Eine Pflegekraft im Klinikum Augsburg hilft einer Seniorin beim Aufstehen.

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    Große Unterschiede: Das verdienen Pflegekräfte in Bayern

    Pflegekräfte gehören zu einer der Berufsgruppen, die als Helden der Coronakrise gelten. Schon vorher wurde für sie immer wieder ein höheres Gehalt gefordert, nun in der Krise umso mehr. Doch was verdienen Pflegekräfte in Bayern bislang?

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    Nicht nur Applaus, sondern auch finanzielle Honorierung sei nötig: Mit dieser Begründung versprach Ministerpräsident Söder am Wochenende allen Pflegenden in Bayern einen vorerst einmaligen Bonus von 500 Euro für die hohe Belastung in der Coronakrise - jetzt hat das bayerische Kabinett die Sonderzahlung beschlossen. Viele fordern aber: Die Bezahlung der Pflegekräfte müsse insgesamt und vor allem auch über die Krise hinaus besser werden.

    Welchen Lohn bekommen Pflegekräfte in Bayern bislang?

    Grundsätzlich gilt: Es gibt große Unterschiede, je nach Qualifikation aber auch je nach Region in Bayern. Pflegekräfte in Krankenhäusern verdienen in der Regel besser als die Pflegerinnen und Pfleger in beispielsweise Altenheimen. In der ambulanten Pflege ist die Bezahlung am schlechtesten.

    Am besten verdienen Intensivpflegekräfte

    Nach Zahlen der Gewerkschaft Verdi verdient eine Pflegekraft, die auf einer Intensivstation im Krankenhaus arbeitet, im Branchenvergleich am meisten. Intensivpfleger, die zehn Jahre in einem Krankenhaus beschäftigt sind, das in öffentlicher oder kirchlicher Hand ist, verdienen monatlich etwa 3.700 Euro brutto. Private Krankenhäuser zahlen in der Regel weniger, hier sind es um die 3.400 Euro brutto.

    Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Krankenhäusern

    Pflege-Fachkräfte auf einer normalen Station im Krankenhaus, die etwa 50 Prozent des Krankenhauspersonals ausmachen, verdienen im öffentlichen Dienst nach zehn Jahren etwa 3.400 Euro brutto. Bei privaten Krankenhäusern liegt ihr Gehalt laut Verdi ungefähr zwischen 3.000 Euro und 3.300 Euro.

    Unterschiede gibt es auch bei den Wochenstunden, die für den jeweiligen Lohn geleistet werden müssen: Bei den Krankenhäusern in öffentlicher Hand sind es in der Regel 38,5 Wochenstunden – bei diakonischen Kliniken beispielsweise oft auch 40 Wochenstunden. Der Stundenlohn ist damit trotz ähnlichem Monatslohn unterschiedlich.

    Pflegerinnen und Pfleger in Heimen liegen in der Mitte

    Für Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Heimen ist die Bezahlung insgesamt schlechter als in Krankenhäusern. Zwar werden Pflege-Fachkräfte in kommunalen Einrichtungen hier nach Tarif bezahlt und verdienen dasselbe wie Pflege-Fachkräfte in öffentlich finanzierten Krankenhäusern – also etwa 3.400 Euro brutto. Doch nur wenige Altenheime befinden sich noch in öffentlicher Hand und das Gehalt dort ist in der Regel das Maximum. Die meisten Löhne in der Altenpflege liegen laut Verdi weit darunter. Nach einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung verdienen Altenpflegerinnen und Altenpfleger im Schnitt etwa 2.800 Euro.

    Am schlechtesten verdienen ambulante Pflegekräfte

    Am unteren Ende der Bezahlung liegt die ambulante Pflege. Auch hier gibt es Ausnahmen, die Fachkräfte ähnlich wie in Krankenhäusern bezahlen. Das Durchschnittsgehalt liegt aber laut Hans-Böckler-Stiftung bei etwa 2.500 Euro. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einzelnen Fällen, in denen Pflege-Fachkräfte mit dreijähriger Ausbildung in ambulanten Diensten den Pflege-Mindestlohn gezahlt bekommen, der eigentlich nur für Pflege-Hilfskräfte vorgesehen ist. In dem Fall verdienen die Pflegerinnen und Pfleger etwa 1.800 Euro brutto im Monat.

    Große Unterschiede bei Pflege-Hilfskräften

    Auch die Gehälter der Pflege-Hilfskräfte sind sehr unterschiedlich. Pflege-Hilfskräfte absolvieren eine einjährige Ausbildung. Bei ihrem Lohn reicht die Spanne von den 1.800 Euro in ambulanten Diensten bis zu etwa 3.100 Euro nach einigen Jahren in Krankenhäusern des öffentlichen Diensts. Pflege-Hilfskräfte in privaten Krankenhäusern verdienen laut Verdi in der Regel etwas dazwischen.

    Anmerkung: Zulagen sind bei den Zahlen noch nicht einberechnet. Als Zulagen gibt es fürs Pflegepersonal zum Beispiel Schichtzulagen für Nacht- und Feiertagsschichten, aber auch Ballungsraumzulagen. Die Zulagen divergieren individuell stark, deshalb gibt es hier keine gute Vergleichbarkeit. Im Schnitt dürften dadurch beim Monatsgehalt zwischen 100 und 200 Euro oben draufkommen.

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