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Am Sonntag fanden erneut Demonstrationen gegen das geplante ICE-Werk im Raum Nürnberg statt. Drei Bürgerinitiativen schlossen sich dabei zusammen und zogen mit einem Protestzug bestehend aus 130 Traktoren rund um Müncherlbach.

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Große Traktordemo gegen ICE-Werk in Müncherlbach

Am Sonntag fanden erneut Demonstrationen gegen das geplante ICE-Werk im Raum Nürnberg statt. Drei Bürgerinitiativen schlossen sich dabei zusammen und zogen mit einem Protestzug bestehend aus 130 Traktoren durch Müncherlbach.

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Von
  • Annika Svitil

Rund 130 Traktoren sind am Sonntagnachmittag durch Müncherlbach gezogen, um gegen ein geplantes ICE-Werk in der Region zu demonstrieren. Bei einer anschließenden Kundgebung auf einem betroffenen landwirtschaftlichen Hof versammelten sich dort mehr als 600 Menschen, schätzt die Polizei.

Vier Standorte im Gespräch

Bei der Deutschen Bahn sind dort drei mögliche Standorte im Gespräch: die Heilsbronner Ortsteile Ketteldorf und Müncherlbach sowie Raitersaich (Ortsteil Roßtal, Lkr. Fürth). Um gegen diese Pläne vorzugehen, haben sich in den jeweiligen Orten und dem angrenzenden Rohr insgesamt drei Bürgerinitiativen gegründet, die zusammen zu dem Umzug aufgerufen haben.

Gegen Flächenfraß, gegen Standort auf dem Land

Die Bürgerinitiativen, regionale Politiker und der Bayerische Bauernverband kritisierten bei der Kundgebung unter anderem den Flächenfraß, den das ICE-Werk verursachen würde. Außerdem müssten regionale Bauern ihre Flächen verkaufen, was kurz- und langfristig Existenzen bedrohen würde. Man wolle darüber hinaus nicht für die Stadt herhalten müssen, wenn es um das ICE-Werk geht. Die Stadt Nürnberg sei darauf angewiesen und solle daher auch den Standort stellen, sagt Jürgen Ludwig (CSU), Landrat des Landkreises Ansbach.

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Kundgebung vor zahlreichen Betroffenen in Müncherlbach.

Die Deutsche Bahn plant ein ICE-Werk zur Instandhaltung und Ausbesserung davon Zügen in der Region zu errichten. Insgesamt sind neun Standorte im Gespräch, die im Herbst ins Raumordnungsverfahren gehen sollen. Je ein Standort ist auch in den Nürnberger Ortsteilen Fischbach und Altenfurt möglich. Auch hier gehen Anwohnerinnen und Anwohner seit Monaten auf die Straße. So waren dort am Sonntag rund 300 Umweltschützer am Schmausenbuck im Nürnberger Reichswald, um für dessen Erhalt zu demonstrieren.

Wald soll nicht für ICE-Werk weichen

Bei sechs der geplanten Standorte würde das Werk in den Wald gebaut werden, so der Bund Naturschutz. Das lehnen die Umweltschützer entschieden ab und haben bereits in der Vergangenheit harsche Kritik an den Plänen geübt. Sie fordern von der Bahn eine Änderung der Planungen. Es müssten zwar mehr Fahrgäste auf die Schienen, allerdings solle dabei der Wald erhalten bleiben.

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