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Große Salatplantage unter Glas: Projekt ist nicht abgeschrieben | BR24

© picture-alliance/dpa

Salatpflanzen in einem Gewächshaus

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    Große Salatplantage unter Glas: Projekt ist nicht abgeschrieben

    Der geplante Bau eines außergewöhnlich großen Gewächshauses für Salat in Wiesentheid ist umstritten. Die holländischen Investoren teilten nun dem Landratsamt mit, dass sie das Projekt weiterverfolgen und die Rücknahme des Bauantrags widerrufen.

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    Die Karten für den Bau eines gigantischen Salatgewächshauses in Wiesentheid werden neu gemischt. Die Delissen-Brüder aus Holland haben dem Landratsamt Kitzingen mitgeteilt, dass sie die Rücknahme ihres Bauantrages zurückziehen und damit nun doch an ihrem Vorhaben wieder festhalten. Das hat Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier dem BR bestätigt. Knaier zufolge sei die Marktgemeinde vom Landratsamt Kitzingen über diese neue Wendung informiert worden.

    Der Rückzug vom Rückzug

    Erst am 29. August hatten die Delissen-Brüder dem Landratsamt Kitzingen schriftlich mitgeteilt, dass sie ihren Bauantrag für das in Weisentheid "Salatfabrik" genannte Projekt zurückziehen. Am 29. August erklärte die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof dem BR gegenüber, das Baugenehmigungsverfahren werde eingestellt. Fraglich ist, ob die Delissen-Brüder jetzt einen völlig neuen Bauantrag stellen müssen.

    Der Wasserbedarf rief die Kritiker auf den Plan

    Die Gemeinde Wiesentheid hat dem Landratsamt Kitzingen inzwischen alle Bedenken mitgeteilt. Dazu kommt, dass der Gemeinderat das Vorhaben ablehnt. Am 27. Juni hatten 300 Bürger in Wiesentheid gegen die "Salatfabrik" demonstriert. Größte Bedenken gab es vor allem in der Frage, woher das Wasser für die Salatzucht genommen werden soll. Die holländischen Investoren erklärten, das Regenwasser auf den Glashausdächern werde aufgefangen und in zwei großen Tanks gesammelt. Eine Bürgerinitiative hat bezweifelt, dass dies in der extrem trockenen Region gelingen werde.

    Salatanbau in großem Stil

    Die beiden Agrarunternehmer Mark und Roy Delissen aus den Niederlanden hatten seit 2016 Pläne für ein Salatgewächshaus in Wiesentheid verfolgt. Auf einer Fläche von 17 Hektar sollte unter Glas Salat gezüchtet und mit Robotertechnik und LED-Lampen in Schubladen großgezogen werden. Dafür wollten sie 20 Millionen Euro investieren. Der Salat aus dem Gewächshaus in Wiesentheit sollte in ganz Bayern und in Ostdeutschland verkauft werden. Mark Delisson nannte im Gespräch mit dem BR einen Radius von etwa 350 Kilometern, in dem Lieferungen stattfinden sollten.