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Südtiroler Pestizid-Prozess auf Ende November verschoben | BR24

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Südtiroler Apfelbaumplantagen

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    Südtiroler Pestizid-Prozess auf Ende November verschoben

    Neuer Stand im Prozess um die Kritik am Pestizid-Einsatz in Südtirol: Die Südtiroler Landwirte wollen ihre Klage fallen lassen, bis dahin wird die Verhandlung verschoben. Zum Prozessauftakt in Bozen hatte es wegen der Klage Irritationen gegeben.

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    Der Prozess um die heftige Kritik am Pestizid-Einsatz beim Obstanbau in Südtirol ist kurz nach seiner Eröffnung auf Ende November verschoben worden. Bis zum 27.11. haben der Südtiroler Landesrat Arnold Schuler und die über eintausend Landwirte Zeit, die gemeinsam erstattete Anzeige zurückzunehmen. Dann wird der Prozess weitergeführt.

    Formsache sorgt für Irritation

    Bereits gestern hatte Schuler angekündigt, die Klage fallen zu lassen. Man habe außergerichtlich miteinander gesprochen und sich auf einen respektvollen Umgang geeinigt, so der Südtiroler Landesrat. Heute war der Prozess in Bozen dann aber trotzdem gestartet und Schuler weiterhin als Nebenkläger aufgeführt. Nach Schulers Aussage ist es aber nur noch Formsache, dass die Anzeige offiziell zurückgezogen werde. Dafür sei die Vollmacht aller Landwirte nötig, es sei bis zum Prozessauftakt nur zu wenig Zeit gewesen, diese gesammelt einzuholen.

    Weiterhin Kritik vom Münchner Umweltinstitut

    Die Angeklagten-Seite um das Umweltinstitut München kritisiert Schuler dennoch heftig. Der Ausgang des Prozesses sei weiter offen. Zudem wertet das Umweltinstitut es weiterhin als Angriff auf die Meinungsfreiheit, dass überhaupt ein Gerichtsverfahren wegen der Pestizid-Kritik einberufen wurde. Abgesehen von der Nebenklage Schulers steht noch die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Verhandlung, wenn der Prozess Ende November weitergeht.

    Proteste vor dem Gericht in Bozen

    Vor dem Gericht in Bozen protestierten zum Auftakt Umweltaktivisten, die auf der Seite der Angeklagten stehen. Sie verklebten sich vor Ort die Münder, weil sie dem Südtiroler Landesrat vorwerfen, mit dem Verfahren Pestizid-Gegner mundtot machen zu wollen.

    Hintergrund des Falls: "Pestizid-Tirol" und Vergleich mit vorsätzlicher Tötung

    Hintergrund des Falls ist, dass das Münchner Umweltinstitut sowie der Autor Alexander Schiebel in einem im Oekom Verlag erschienenen Buch den Einsatz bestimmter Pestizide in der Südtiroler Obstwirtschaft stark kritisiert haben. Der Autor vergleicht in dem Buch beispielsweise den Pestizideinsatz in Südtirol mit vorsätzlicher Tötung. Das Münchner Umweltinstitut kritisierte den Einsatz der Pestizide in Südtirol ebenfalls heftig, unter anderem mit Plakataktionen und den Worten "Pestizid-Tirol".

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