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Große Hilfsbereitschaft in Rettenbach nach Hausexplosion | BR24

© BR / Rupert Waldmüller

Es ist eine Tragödie: Ein Wohnhaus in Rettenbach explodiert wegen einer defekten Gasleitung. Ein Vater und seine 7-jährige Tochter sterben. Die Mutter wurde schwer verletzt. Die Betroffenheit und Hilfsbereitschaft in Rettenbach ist groß.

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Große Hilfsbereitschaft in Rettenbach nach Hausexplosion

Es ist eine Tragödie: Ein Wohnhaus in Rettenbach explodiert wegen einer defekten Gasleitung. Ein Vater und seine siebenjährige Tochter sterben. Die Mutter wurde schwer verletzt. Die Betroffenheit und Hilfsbereitschaft in Rettenbach sind jetzt groß.

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Am Sonntagvormittag explodierte ein Wohnhaus in Rettenbach am Auerberg (Lkr. Ostallgäu) wegen einer defekten Gasleitung. Von dem einst dreistöckigen Gebäude ist nichts mehr übrig geblieben. An der Unglücksstelle haben die Aufräumarbeiten jetzt begonnen: Bagger beseitigen die Trümmer. Vor einer einer kleine Kiefer direkt daneben erinnern Blumen, Kerzen und ein Kreuz an die Tragödie, die sich hier vor zwei Tagen ereignet hat.

Rettenbach steht unter Schock

Die Bilder gehen keinem, der das gesehen hat, so schnell aus dem Kopf. Die Betroffenheit in Rettenbach ist groß. Wie Bürgermeister Reiner Friedl steht der ganze Ort noch immer unter Schock: "Wir sind alle sehr betroffen, wir fühlen mit der Familie mit. Wir beten für die Familie, insbesondere für die Frau, die ja immer noch schwer verletzt im Klinikum liegt. Und wir hoffen und beten für sie, dass sie wieder gesund wird."

Familienvater und Tochter sterben bei der Explosion

Ein 42-jähriger Vater und seine siebenjährige Tochter sind tot, die Mutter wurde schwer verletzt aus den Trümmern gerettet, ihr Zustand ist kritisch. Und die zwei Söhne der Familie, die zum Zeitpunkt der Explosion nicht im Haus waren, stehen plötzlich ohne Vater und Schwester da. Sie sind bei ihrer Tante untergebracht und auch die Großeltern kümmern sich um sie.

Kriseninterventionsteam ist vor Ort

Der Bürgermeister hat seit Tagen kaum geschlafen, ist als Krisenmanager unterwegs. Das Unglück von Rettenbach - es wird bei allen noch lange nachwirken. "Nichtsdestotrotz müssen wir jetzt schauen, dass das Ganze verarbeitet wird", sagt Bürgermeister Reiner Friedl. "Wir haben das Kriseninterventionsteam im Ort. Die betreuen die verschiedenen Leute. Wir haben die in der Schule, wir haben sie im Kindergarten. Das läuft seinen Gang. Ansonsten: Man muss einfach weiter machen."

Spendenaufruf für die Familie zeigt Wirkung

Die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker hat am Montag zu einer Spendenaktion für die vom Unglück betroffene Familie und die Nachbarn aufgerufen. Die Ereignisse der letzten Tage gehen auch ihr sichtbar nah: "Ich bin entsetzt über so was. Ich bin betroffen. Und wenn man den Schaden sieht, wie ein Leben einer Familie so zerstört werden kann – das berührt mich tief."

Die Landrätin hat von vielen Seiten Anfragen bekommen, wie man den Opfern des Unglücks schnell helfen kann. Über den Allgäuer Hilfsfonds sammeln der Landkreis und die Gemeinde nun Spenden. Die Reaktion auf den Aufruf ist groß: 6.000 mal wurde er innerhalb kürzester Zeit bei Facebook geteilt. Die Hilfsbereitschaft im Ort und weit darüberhinaus sei beeindruckend, sagt Bürgermeister Reiner Friedl.