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Große Evakuierungsaktion nach möglichem Bombenfund in Weiden | BR24

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In Weiden werden nach einem möglichen Bombenfund Ende September größere Evakuierungsmaßnahmen notwendig sein. Betroffen sind rund 1.500 Menschen. Besonders heikel und bisher einmalig: die Integrierte Leitstelle muss evakuiert werden.

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Große Evakuierungsaktion nach möglichem Bombenfund in Weiden

In Weiden werden, nach einem möglichen Bombenfund, Ende September größere Evakuierungsmaßnahmen notwendig sein. Betroffen sind rund 1.500 Menschen. Besonders heikel und bisher einmalig: die Integrierte Leitstelle muss evakuiert werden.

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In Weiden steckt möglicherweise ein Blindgänger im Boden auf dem Gelände des Fußballstadions. Die mutmaßliche Bombe wurde bei Sondierungen für den Bau von Sportplätzen entdeckt. Anhand historischer Karten wurden Bombentrichter ausgewertet. Erst mit dem Öffnen des Verdachtspunkts wird bekannt, ob und welche Kampfmittel sich auf dem Gelände verbergen. Am 27. September läuft deshalb eine große Evakuierungsaktion. Die Planungen dafür sind aufwändig.

Klarheit erst nach Öffnung des Bodens

Vor mehreren Wochen wurden bei Sondierungen für Bauarbeiten auf dem Gelände des Fußball-Stadions metallische Reste im Boden gefunden. Das teilt die Stadt heute mit. An der Stelle des Fundes soll der Boden geöffnet werden, weil sich an einer Stelle ein so genannter Kampfmittelverdachtspunkt ergeben hat.

Bürgertelefon für Betroffene eingerichtet

Dazu ist eine große Evakuierungsaktion notwendig. Rund 1.500 Menschen sind in einem Umkreis von 500 Metern betroffen. In dem Radius liegt auch das Klinikum, ein Seniorenheim und die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS). Die Anwohner wurden bereits mit einem Brief von der Stadt informiert.

Zudem richtet die Stadt ein Bürgertelefon ein. Es ist zwischen 8 und 18 Uhr unter der Nummer 0961/81-3838 erreichbar. Aktuell nehmen laut einem Sprecher der Stadt drei Mitarbeiter Anrufe entgegen. Es kämen derzeit aber nur wenige Anfragen. Zum einen hätten sich bereits viele Bürger auf der Homepage der Stadt informiert. Zum anderen seien die Bürger bereits in einem Brief informiert worden. Sollte die Zahl der Anrufe aber steigen, könne die Stadt bis zu 13 Mitarbeiter im Telefondienst einsetzen, so der Sprecher. Fragen können auch per Mail beantwortet werden unter bt@weiden.de.

Klinikum wird nicht evakuiert

Im Klinikum werden Patienten betroffener Stationen während des Zeitraums in einen anderen Kliniktrakt verlegt. Die 85 Bewohner eines BRK-Altenheims müssen umziehen. "Das wäre alles einfach, wenn es kein Corona geben würde“, sagt Jürgen Meyer, der Leiter der ILS.

Komplizierte Evakuierung der ILS

Viel schwieriger aber ist es, den Betrieb in der Integrierten Leitstelle sicher zu stellen. Die Disponenten müssen rund um die Uhr für Notfälle erreichbar sein, rund 120 Einsätze koordinieren sie täglich in der nördlichen Oberpfalz. Für die Evakuierung zieht das komplette Team samt Technik aus Weiden für vier Tage nach München um. In den Räumen der Berufsfeuerwehr München ist Platz für die Weidener Disponenten, die von dort aus dann die Noteinsätze in der Nordoberpfalz koordinieren, erklärt Meyer.

Die Notrufnummer 112 bleibt wie gewohnt für alle Oberpfälzer erreichbar. Bayernweit habe es so eine zeitliche Verlegung einer Integrierten Leitstelle noch nicht gegeben.

Mehr Personal und Fahrzeuge notwendig

Die Logistik für die Evakuierungen fordert den Einsatzkräften und Ehrenamtlichen Vieles ab. So werden aufgrund der Corona-Bedingungen wesentlich mehr Personal und auch Fahrzeuge für die Verlegung von Altenheimbewohnern gebraucht. Das Klinikum muss seinen Betrieb entsprechend anpassen. Die Stadt Weiden koordiniert den Großeinsatz. Sie muss als Eigentümerin des Grundstücks voraussichtlich auch für die Kosten aufkommen.