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Große Diskussionen über Südostlink-Stromtrasse in Essenbach | BR24

© BR/Andrea Neumeier

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nach dem Erörterungstermin

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Große Diskussionen über Südostlink-Stromtrasse in Essenbach

Das Thema erhitzt weiter die Gemüter: Die geplante Südostlink-Stromtrasse wurde jetzt in Essenbach (Lkr. Landshut) kontrovers diskutiert. Mit dabei Wirtschaftsminister Aiwanger (FW) und Staatssekretär Florian Pronold (SPD).

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Von
  • Andrea Neumeier
  • BR24 Redaktion

Ihren Protest gegen die geplante Südostlink-Stromtrasse haben die Bürger von Essenbach am Sonntagmittag deutlich zum Ausdruck gebracht. Bei einer Diskussions- und Fragerunde mit Spitzenpolitikern wurde kontrovers über die geplante Stromtrasse diskutiert, die Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren soll.

Essenbach verabschiedet Resolution gegen Südostlink

Während Florian Pronold (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sich deutlich für die Stromtrasse aussprach, positionierten sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Bundestagsabgeordneter Florian Oßner (CSU) gegen die Südostlink-Stromtrasse.

Essenbachs Marktgemeinderat hat nun auch eine Resolution gegen die Trasse verabschiedet. "Die Notwendigkeit des Projektes Südostlink (...) wird von einem Großteil direkt betroffener Bürger abgelehnt", heißt es darin. Trotzdem glaubt der Markgemeinderat demnach nicht daran, die Trasse generell verhindern zu können und appelliert in der Resolution an die politischen Mandatsträger, zur Ursprungsplanung zurückzukehren: "Mit zwei Gigawatt, ohne Leerrohre und alle erforderlichen Hochbaumaßnahmen innerhalb der Umschließung des heutigen Atomkraftwerks", so die Forderungen.

Niederaichbach klagt bereits

Die Nachbargemeinde Niederaichbach hat bereits gegen die Pläne Klage vor dem Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig eingereicht. Diskutiert wurde nicht nur darüber, ob die Trasse kommen soll oder nicht, sondern auch ob es nun bei einer zwei Gigawatt-Leitung bleibt, oder ob es eine vier Gigawatt-Leitung werden könnte. Der Protest in Essenbach und Niederaichbach richtet sich vor allem gegen die geplante Konverteranlage, die den Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln würde. Diese soll in der Nähe des Atomkraftwerks Isar 2 entstehen und wäre eine unzumutbare Belastung für die Bürger von Essenbach und Niederaichbach, so die Argumentation der Gegner.

"Ich gehöre nicht zu den Leuten, die vor Ort nach dem Mund reden. Ich habe immer für die Energiewende gekämpft und es war immer klar, wenn man aus der Atomkraft aussteigt und aus der Kohle auch, und wenn der Windstrom im Norden produziert wird, müssen wir ihn in den Süden bringen und dazu braucht es Leitungen." Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium

Bayerns Wirtschaftsminister klar gegen Trasse

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger positionierte sich erneut als Trassengegner, zeigte Verständnis für die Verärgerung der Bürger, machte aber auch deutlich, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme für einen bayerischen Minister auf Bundesebene hier begrenzt sind. Bezogen auf die Forderungen in der Resolution sagte Aiwanger: "Das sind Dinge, die zu unterstützen sind, aber leider steht die momentane bundespolitische Beschlusslage dagegen. Bundesregierung und Bundesnetzagentur sehen es hier anders als die Menschen vor Ort." Er versprach den Bürgern, bei der Bundesnetzagentur weiterhin dran zu bleiben und nachzuhaken, ob die Trasse überhaupt nötig sei. "Ich werde im Rahmen meiner Einflussnahme versuchen, zu retten, was zu retten ist", so Aiwanger.

Der Bayerische Wirtschaftsminister brachte dabei auch die Wasserstoffenergie als mögliche Alternative zur Windenergie aus dem Norden ins Spiel. Pronold sieht darin keine mögliche Alternative.

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