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Große Chance auf Wiederaufnahmeverfahren im Fall Dominik R. | BR24

© BR/Sarah Beham

Ein Strafverfahren um eine tödliche Messerattacke auf eine junge Frau in Freyung wird möglicherweise neu aufgerollt. Dem verurteilten Totschläger könnte lebenslang wegen Mordes drohen.

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Große Chance auf Wiederaufnahmeverfahren im Fall Dominik R.

Ein Strafverfahren um eine tödliche Messerattacke auf eine junge Frau in Freyung wird möglicherweise neu aufgerollt. Ihr Ex-Freund Dominik R. war im November 2017 wegen Totschlags verurteilt worden - jetzt könnte ihm lebenslang wegen Mordes drohen.

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Vor zwei Jahren wurde der damals 23-jährige Dominik R. aus Freyung zu zwölf Jahren Gefängnis wegen Totschlags an seiner früheren Freundin verurteilt. Jetzt könnte ihm lebenslang wegen Mordes drohen. Der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte dem BR, es bestehe eine große Chance für ein Wiederaufnahmeverfahren.

Zwei Jahre auf Bewährung wegen Falschaussage

Ein früherer Freund von Dominik R. hat jetzt gestanden, im Prozess vor zwei Jahren nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Dominik habe ihm damals gestanden, dass er seine Freundin im Schlaf erstochen habe. Das wäre Mord aus Heimtücke und nicht Totschlag. Das Amtsgericht in Passau hat den Freund nun wegen Falschaussage zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Freundin deckte Falschaussage auf

Aufgekommen war die Falschaussage durch seine Freundin. Sie habe sich vor zwei Monaten an die Polizei gewandt und davon berichtet, so der Oberstaatsanwalt. Durch die bestätigte Falschaussage bestehe eine große Chance für ein Wiederaufnahmeverfahren, heißt es weiter. Zudem kämen andere Zeugen zu Wort, die damals nicht gehört wurden.

Wiederaufnahme wahrscheinlich

All das könnte dem Fall eine neue Wendung geben: die Staatsanwaltschaft verfolgt eine Verurteilung wegen Mordes. Derzeit werde geprüft, ob das Verfahren wiederaufgenommen werden kann. Die Entscheidung soll im Januar fallen.

"Es sieht so aus, als könnte ein Wiederaufnahmeverfahren durchgeführt werden. Es wäre das Ziel der Staatsanwaltschaft Passau, eine Verurteilung wegen Mord zu erreichen." Walter Feiler, Passauer Oberstaatsanwalt

Kommt es zu einem Wiederaufnahmeverfahren, wird es am Landgericht Deggendorf verhandelt.

Totschlag nach Streit oder Mord im Schlaf?

Dominik R. hatte im Oktober 2016 seine Ex-Partnerin in deren Wohnung in Freyung erstochen. Er legte damals ein Geständnis ab und erzählte, die Tat sei nach einem heftigen Streit passiert. Das Landgericht Passau verurteilte ihn daraufhin wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft. Staatsanwaltschaft und Nebenklage waren bereits von Mord ausgegangen, konnten damals dem Täter aber das Mordmerkmal der Heimtücke nicht nachweisen.

© BR

Nach der Bluttat verurteilten die Richter Dominik R. 2017 zu zwölf Jahren wegen Totschlags. Nun räumt ein ehemaliger Freund des Täters ein, damals bei der Aussage gelogen zu haben. Die Anklage könnte nun auf Mord lauten.