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Großdemo gegen Brenner-Nordzulauf in Rosenheim | BR24

© BR Dagmar Bohrer-Glas

Nach der erfolgreichen Petition mit über 30.000 Unterschriften folgt nun eine weitere Aktion: Tausende Menschen protestierten heute in Rosenheim gegen den Neubau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Region.

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Großdemo gegen Brenner-Nordzulauf in Rosenheim

In der Rosenheimer Innenstadt haben am Samstag Tausende gegen den geplanten Brenner-Nordzulauf demonstriert. Es war bereits die dritte Großkundgebung. Laut Polizei waren rund 3.000 Teilnehmer und 400 Traktoren bei der Kundgebung.

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In der Rosenheimer Innenstadt haben tausende Menschen gegen den geplanten Brenner-Nordzulauf demonstriert. Zur zentralen Kundgebung auf dem Max-Josef-Platz versammelten sich laut Polizei rund 3.000 Teilnehmer.

Der Brenner-Nordzulauf ist eines der wichtigsten Bauvorhaben der Deutschen Bahn - aber die Bahntrasse ist in der Region Rosenheim sehr umstritten. Am Sternmarsch in die Rosenheimer Innenstadt beteiligten sich nach Schätzung der Polizei rund 400 Traktoren. Bei der Kundgebung in der Innenstadt zählte die Polizei rund 3.000 Teilnehmer.

Bürgerinitiativen: "Bestandsstrecke reicht aus!"

Nach Ansicht der Bürgerinitiativen ist eine Bahn-Neubaustrecke überflüssig, weil der Bedarf nicht nachgewiesen und eine Modernisierung der Bestandsstrecke als Zulauf für den Brennerbasistunnel vollkommen ausreichend sei.

Mit Tempo 230 durchs Inntal

Der Tunnel zwischen Österreich und Italien soll im Jahr 2028 eröffnet werden. Deshalb plant die Deutsche Bahn derzeit eine zweigleisige Trasse im Landkreis Rosenheim. Auf dieser sollen Personen- und Güterzüge bis zu 230 km/h schnell fahren können.

Fünf Trassenmöglichkeiten gibt es, die verträglichste Variante soll Anfang nächsten Jahres präsentiert werden. Dann vergehen zwei weitere Jahre für die Planung, so die Deutsche Bahn. Die endgültige Entscheidung, ob die Trasse gebaut wird, muss dann der Bundestag treffen.

Landwirte fürchten um ihre Flächen

Insgesamt wehren sich 17 Bürgerinitiativen gegen die neue Trasse. Sie befürchten, der Brenner-Nordzulauf beschert ihnen eine jahrzehntelange Baustelle in der Region und riesige Brückenbauwerke. Die Landwirte wiederum fürchten um ihre Flächen.

Teil einer europaweiten Magistrale

Der Brennerbasistunnel ist derzeit das größte europäische Verkehrsprojekt. Die Kosten werden auf zehn Milliarden Euro geschätzt. Bezahlt werden sie von Österreich, Italien und der EU. Der Tunnel soll die viel befahrene Brennerautobahn vom Güterverkehr entlasten und damit deutliche Verbesserungen für die Anwohner am Brenner bringen. Aus Sicht der Verkehrspolitiker ist die Trasse Teil einer europaweiten Magistrale, die die Häfen am Mittelmeer mit Skandinavien verbinden soll.

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