Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Grötsch will trotz Morddrohung weiter gegen Rechts kämpfen | BR24

© BR

Der bayerische SPD-Generalsekretär will sich auch nach einem Mordaufruf nicht in seiner politischen Arbeit beirren lassen. Das machte er im BR-Gespräch deutlich. Zugleich beklagte er eine neue Dimension im politischen Diskurs.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Grötsch will trotz Morddrohung weiter gegen Rechts kämpfen

Trotz eines Mordaufrufs gegen ihn will der bayerische SPD-Generalsekretär Uli Grötsch an seinem politischen Kurs festhalten. Das machte er im BR-Gespräch deutlich. Zugleich beklagte er eine neue Eskalationsstufe im politischen Diskurs.

3
Per Mail sharen
Teilen

Der Bundestagsabgeordnete und bayerische SPD-Generalsekretär Uli Grötsch hat seine Entscheidung, einen gegen ihn gerichteten Mordaufruf öffentlich zu machen, noch einmal verteidigt.

Nachdem es die zweite Drohung innerhalb von zwei Monaten gewesen sei, die ihn erreicht habe, sei es "einfach an der Zeit, dass man öffentlich sagt, was ist", betonte Grötsch im Gespräch mit dem BR-Studio Niederbayern/Oberpfalz.

Massive Beschimpfungen und Bedrohungen

Der SPD-Politiker schilderte, er sei wegen seines Engagements für den Kampf gegen Rechts wie auch andere Abgeordnete im Bundestag und in den Landtagen massiven Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt. Dabei seien die Attacken deutlich heftiger als früher.

Schon während er eine Rede im Bundestag halte, würden mittlerweile Leute in seinem Büro anrufen und ins Telefon schreien. "Das hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Das gab's, als ich 2013 ins Parlament kam, so noch nicht." In solchen Situationen gehe die Saat auf, die die AfD gesät habe.

Grötsch will sich nicht beirren lassen

Die jüngste Drohung nehme er ernst, sagte Grötsch. Er wolle sich aber nicht beirren lassen: "Ich denke mir: Solange mich die Neonazis hassen, stimmt die Richtung, in der ich politisch arbeite." Nachdenklich mache ihn aber die Frage, wie man es hinbekomme, dass die gesamte Bevölkerung die "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" wahrnehme, Deutschland nicht weiter nach rechts rücken zu lassen.

Polizei ist eingeschaltet

Grötsch zufolge kümmern sich das Polizeipräsidium Oberpfalz und das Bundeskriminalamt um seinen Fall. Er sei aber längst nicht der einzige Betroffene: Es gebe in der Gesellschaft viele Kämpferinnen und Kämpfer gegen Rechts, die ebenfalls bedroht würden.

© BR

Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch hat erneut eine Morddrohung von Neonazis bekommen. Es ist bereits die zweite innerhalb von acht Wochen.