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Grötsch bei jetzt red i: "Keiner soll Angst vor der Rente haben" | BR24

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Sind die Renten tatsächlich sicher? In "jetzt red i" aus Schweinfurt sind Bayern-SPD-Generalsekretär Grötsch und FDP-Politiker Fischbach bei diesem Thema genau gegenteiliger Meinung.

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Grötsch bei jetzt red i: "Keiner soll Angst vor der Rente haben"

Immer mehr Menschen in Bayern haben Angst vor Altersarmut, das zeigt sich auch in der Sendung "jetzt red i". Der Generalsekretär der BayernSPD Uli Grötsch verteidigt das Rentensystem trotzdem als "zukunftsfähig".

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"Es macht einfach Angst", sagt Ilse Bertsch, wenn sie an ihre Rente denkt. Die zweifache Mutter aus Allersheim bei Würzburg wird laut aktuellen Berechnungen nur rund 510 Euro Rente bekommen, denn sie hat lange Zeit nur in Aushilfsjobs gearbeitet. Inzwischen ist die 55-jährige Lastwagenfahrerin in Vollzeit und hofft, auch nach dem Renteneintritt noch fahren zu können, um sich etwas dazuzuverdienen. Sie ist nicht die einzige, die in der BR Sendung "jetzt red i" aus Schweinfurt diese Sorge äußert und sich damit direkt an die anwesenden Politiker von SPD und FDP wendet. Deren Zukunfts-Szenarien könnten unterschiedlicher kaum sein.

SPD-Generalsekretär Uli Grötsch verteidigt Rentensystem als "zukunftsfähig“"

Das Prinzip der gesetzlichen Rente sei "absolut zukunftsfähig" sagt der Generalsekretär der BayernSPD, Uli Grötsch. Es müsse allerdings stets weiterentwickelt werden. Bereits am 1. Januar dieses Jahres trat das Rentenpaket der Großen Koalition in Kraft. Es sieht Verbesserungen bei der Mütter- und Erwerbsminderungsrente vor, außerdem wird das Rentenniveau bei 48 % bis 2025 stabilisiert.

"Ich finde, dass die Menschen in Deutschland, die ihr Leben lang arbeiten, keine Angst davor haben dürfen, was passiert, wenn sie in Rente gehen. (…) Die Rentenpolitik muss immer so sein, dass niemand Angst haben muss in diesem Land vor der Zukunft, wenn er in Rente geht. Das ist die oberste Leitlinie." Uli Grötsch, SPD

Dazu solle auch die von der SPD seit Jahren geforderte Mindestrente beitragen, so Grötsch. Diese soll noch 2019 kommen und dafür sorgen, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, mehr Rente bekommen als die Grundsicherung. Wie viel mehr konnte der SPD-Bundestagsabgeordnete in der Sendung allerdings noch nicht sagen, "mindestens 10 Prozent" sollen es sein, so steht es auch im Koalitionsvertrag. Der springende Punkt sei außerdem die Lohnentwicklung. "Wir brauchen höhere Löhne", sagt der SPD-Politiker.

FDP fordert mehrere Säulen für die Rente

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion Matthias Fischbach findet hingegen, dass die Bürgerinnen und Bürger zu Recht besorgt sind. Die Rente werde "immer unsicherer", vor allem, wenn in einigen Jahren die sogenannten "Baby-Boomer" in Rente gehen. Er wirft der Bundesregierung vor, "auf Sicht zu fahren."

"Wir müssen uns grundlegende Gedanken machen. Wie können wir das System auf mehrere Beine stellen? Also zum Beispiel noch eine viel stärkere kapitalgedeckte Säule machen, weil das ist die einzige, die nicht Demografie-anfällig ist. Und das ist die einzige Chance, wie wir das System zumindest halbwegs noch stabilisieren können." Matthias Fischbach, FDP

Dem widerspricht der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch bei "jetzt red i". Er warnt davor, das Geld an den Börsen anzulegen. Im jetzigen System sei das Geld besser aufgehoben.

Gemeinsamer Rententopf auch für Beamte und Selbstständige?

In der Sendung aus Schweinfurt äußert sich allerdings niemand so richtig zufrieden mit dem derzeitigen System. Es bleibe zu wenig netto vom brutto, um richtig vorzusorgen, beklagt ein Unternehmer. Die Politik spiele Jung gegen Alt aus, kritisiert ein Betriebsrat. Und immer wieder kommt die Forderung, dass doch alle Deutschen in einen gemeinsamen Rententopf einzahlen sollten, also auch Beamte und Selbstständige.

Die SPD wolle das schon lange, sagt Uli Grötsch. Aber die dafür nötige Grundgesetzänderung scheitere bisher, da die meisten Beamten nicht auf Bundesebene angestellt sind. Matthias Fischbach von der FDP spricht sich klar gegen den Vorschlag aus. Man müsse "fair" zu den Beamten sein, die sich bewusst für diese Laufbahn mit eventuell geringerem Verdienst im Berufsleben, aber eine sichere Pension entschieden hätten.