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Grippeimpfstoff wird in Bayern stellenweise knapp | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Wegen Corona lassen sich in diesem Jahr mehr Menschen gegen Grippe impfen. Derzeit ist daher der Impfstoff bei Hausärzten und Apotheken in ganz Bayern stellenweise knapp. Wann genau Impfdosen nachgeliefert werden können, ist unklar.

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Grippeimpfstoff wird in Bayern stellenweise knapp

Wegen Corona lassen sich in diesem Jahr mehr Menschen gegen Grippe impfen. Derzeit ist daher der Impfstoff bei Hausärzten und Apotheken in ganz Bayern stellenweise knapp. Wann genau Impfdosen nachgeliefert werden, ist unklar.

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Stellenweise ist aktuell der Grippeimpfstoff bei Hausärzten und in Apotheken in Bayern knapp, denn: In diesem Jahr lassen sich deutlich mehr Menschen gegen Grippe impfen als sonst – und auch deutlich früher, teilweise bereits Ende August. Das ist die Erfahrung von Dr. Christian Pfeiffer, er ist Hausarzt in Giebelstadt bei Würzburg und unterfränkischer Bezirksvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. "Ich erlebe in meiner Praxis, dass unwahrscheinlich viele Menschen zur ersten Impfung kommen, die in den Jahren zuvor nie dagewesen sind", so Pfeiffer.

Mehr Impfungen wegen Corona-Pandemie

Grund für die höhere Bereitschaft für Grippeschutzimpfungen ist laut dem Hausarzt auch die Corona-Pandemie. "Nachdem man sich gegen Corona nicht impfen lassen kann, nehmen viele Menschen wenigstens die Grippeschutz-Impfung in Anspruch", berichtet Pfeiffer. Viele befürchteten, beide Infektionen zu bekommen, was für den Körper sehr belastend wäre.

Rekord-Saison bei Grippeschutzimpfungen erwartet

Der Bayerische Apothekerverband erwartet in diesem Jahr eine Rekord-Saison bei Grippeschutzimpfungen. Gut 25 Millionen Impfdosen gegen Grippe sollen heuer zur Verfügung stehen – insgesamt, nicht auf einmal. Wie viele Impfstoffdosen bestellt wurden, kann der Bayerische Apothekerverband jedoch nicht sagen. Auch die Frage, wie viele Impfdosen bis wann nachgeliefert werden können, bleibt derzeit unbeantwortet.

Spahn zuversichtlich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät weiter ausdrücklich zu Grippeschutzimpfung: Es stünden insgesamt 26 Millionen Impfdosen nach und nach zur Verfügung. Je mehr davon verimpft würden, desto besser sei es für die Gesamtbevölkerung, so Spahn. Es könne lokal und zeitlich zu Lieferengpässen kommen, aber nicht zu Versorgungsengpässen.

"Wir impfen erst gefährdete Patientengruppen"

Doch da der Impfstoff derzeit knapp ist, reagiert Christian Pfeiffer wie viele der knapp 8.700 Hausärzte in Bayern: "Wir impfen erst einmal unsere gefährdeten Patientengruppen, haben also zum Beispiel Hausbesuche bei älteren Menschen und in Pflegeheimen gemacht und dort geimpft." Dennoch sei eine Priorisierung und die Situation rund um einen Engpass an Impfdosen immer schwierig.

Würzburger Apotheker kritisiert Abrechnungssystem

Auch der Würzburger Apotheker Frank Thiele hat derzeit keinen Grippeimpfstoff vorrätig. "Stand heute sieht es so aus, dass erst Ende November wieder Grippeimpfstoff lieferbar wäre", sagt Thiele. Bereits vorbestellter Impfstoff könnte aber laut dem Apotheker auch schon vorher eintreffen. Dass es zu einem Engpass kommt, liegt nach Ansicht von Frank Thiele auch am Abrechnungssystem: Wenn ein Arzt mehr Impfdosen bestellt als verimpft, wird ihm die Differenz finanziell abgezogen. "Wenn wir Apotheker auf gut Glück vorbestellen, bleiben wir am Ende auf den Kosten sitzen", kritisiert Thiele.

Im Juli hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits besorgt zur Grippeimpfung in diesem Herbst geäußert. Demnach erschwere Corona die Produktion von Grippe-Impfstoff. Generell sei Bayern aber vergleichsweise gut aufgestellt.

Manche vom Impfstoff-Engpass stärker betroffen

Privatversicherte könnten vom Impfstoff-Engpass stärker betroffen sein als gesetzlich Versicherte, denn: Sie müssen den Impfstoff mit Rezept bei einer Apotheke holen. Einzeldosen des Impfstoffes sind aktuell jedoch eher schwer zu bekommen. Gesetzlich versicherte Personen können in der Regel auf den Vorrat ihres Hausarztes zurückgreifen. Aber auch hier wurden aufgrund des Engpasses bereits geplante Impf-Termine beim Hausarzt auf unbestimmte Zeit verschoben, wie eine Patientin aus Altbessingen im Landkreis Main-Spessart berichtet.

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