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Immer mehr Grippe-Fälle in Oberbayern | BR24

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Derzeit grassiert die Grippe. Betroffen ist vor allem Oberbayern. Zwei Grundschulen im Landkreis Starnberg machen bis Ende der Woche dicht. Dort liegt nämlich mehr als ein Viertel der Schüler mit Grippe im Bett.

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Immer mehr Grippe-Fälle in Oberbayern

In Weßling und Oberpfaffenhofen sind derzeit zwei Grundschulen wegen Grippe geschlossen. In München wurden in dieser Woche 338 Influenza-Fälle registriert. Auch in den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land ist die Grippe-Welle angekommen.

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Hohes Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Viele kleine Mädchen und Buben im Landkreis Starnberg liegen krank im Bett. Vermutlich haben sie sich mit Influenza, der Virusgrippe, angesteckt. So sind seit Mittwoch zwei Grundschulen in Weßling und in Oberpfaffenhofen geschlossen.

Ein Viertel aller Schüler ist krank

Von derzeit 199 Schülern der Grundschulen in Weßling und Oberpfaffenhofen sind 56 Schüler erkrankt. Auch die Mittagsbetreuung in Weßling und der Hort in Hochstadt sind betroffen.

"Wir vermuten hinter der sehr gehäuft auftretenden hochfieberhaften Infektionswelle eine Influenza-Infektion. In einem Fall wurde diese bereits nachgewiesen." Dr. Lorenz Schröfl, Gesundheitsamt Starnberg

Einrichtungen bis Sonntag geschlossen

Da die Erkrankten vier bis fünf Tage ansteckend bleiben, ist laut Landratsamt Starnberg eine Schließung bis 26. Januar vorgesehen. In den geschlossenen Einrichtungen werden unter anderem Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt.

Auch im Landkreis Rosenheim steigt die Zahl der Grippe-Erkrankungen. Seit Jahresbeginn sind dort 54 Fälle registriert worden.

Grippe-Welle erreicht Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein

Im Landkreis Traunstein wurden in zwei Tagen zehn Influenza-Meldungen registriert. Das sind 37 (Stand: 23.01.20) echte Grippe-Fälle. Vor einem Jahr waren es gerade einmal 15.

Auch im Landkreis Berchtesgadener Land werden aktuell mehr Menschen bei den Hausärzten und in einigen Kliniken positiv auf Influenzaviren getestet. Im Januar 2020 waren es bisher 45 Fälle, davon allein in dieser Woche 20 Fälle. Überwiegend handelt es sich im Landkreis um den Virustyp Influenza A.

750 Grippe-Fälle in München - Impfung empfohlen

In München wurden seit Jahresanfang rund 750 Grippe-Fälle bestätigt, allein in dieser Woche waren es 338. "Wir befinden uns weiter im Anstieg der Grippewelle", sagt Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs, die deshalb zu Schutzimpfungen rät. Außerdem empfiehlt sie größere Menschenansammlungen zu meiden, in Taschentücher "und zur Not in die Ellenbeuge" zu niesen und zu husten, auf Händeschütteln zu verzichten und nach Aufenthalten in der Öffentlichkeit die Hände zu waschen.

Deutlich mehr Grippe-Kranke in Bayern

Insgesamt sind in Bayern in den ersten beiden Januar-Wochen insgesamt 808 Menschen an Grippe erkrankt - deutlich mehr, als im Jahr zuvor (2019: 562). Das belegen die aktuellen Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand 17.1.20). Demnach wurden besonders in der zweiten Januarwoche viele Influenza-Fälle registriert - 532 in einer Woche.

Das ist Influenza

© picture alliance / AP Photo/ Dr. Michael Shaw Doug JordanQuelle:Centers for Disease Control and Prevention

Influenza-Virus unter dem Mikroskop

"Influenza" wird auch als "Grippe" bezeichnet und betrifft im Gegensatz zu einer Erkältung nicht nur die Atemwege, sondern auch den restlichen Körper. Eine Grippe beginnt oft schlagartig, viele fühlen sich innerhalb einer Stunde "richtig" krank. Meist bekommt man hohes Fieber (über 39 Grad). Die Frage, ob man noch zur Arbeit geht oder nicht, stellt sich erst gar nicht, weil man nur noch im Bett liegen kann. Schnupfen und starke Glieder- und Muskelschmerzen gesellen sich häufig dazu. Die Viren, die Grippe auslösen, werden durch Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen.

Vorbeugen gegen Influenza-Grippe

Wer nicht geimpft ist und Kontakt mit Kranken hat, bei dem kommt es auf das körpereigene Immunsystem an, ob er sich ansteckt oder nicht. Deshalb sollte man den Körper jetzt wappnen und dabei unterstützen, mit der Infektion selbst fertig zu werden. Wichtig sind vor allem gesunde Ernährung, viel Schlaf und Abhärtung.

Immunstärkende Mittel

"Es ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass mehr Vitamin C für das Abwehrsystem von Vorteil ist. Wer gerne Zitrusfrüchte isst und sie gut verträgt, kann das machen, denn Zitrusfrüchte enthalten viel mehr gesunde Stoffe als nur Vitamin C. Aber Vitamin C pur, das ist out." Dr. Adam Chaker, HNO-Facharzt am Klinikum rechts der Isar in München

Viele Patienten schwören auf Zink oder Echinacin, auch wenn die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.

"Wer eine Erkältung befürchtet, kann im Vorfeld drei, vier Tage lang hoch dosierte Echinacin-Präparate (Sonnenhut) nehmen, um zu versuchen, die eigene Immunität unspezifisch hochzufahren. Das sollte man aber nur zeitlich begrenzt machen, denn dabei sind allergische Reaktionen möglich. Ich würde mich darauf aber nie allein verlassen." Dr. Ulf Riker, Internist, klassischer Homöopath und Arzt für Naturheilweisen

Auf Hygiene achten

Generell sollte man - genauso wie beim grippalen Infekt - darauf achten, öfter als sonst die Hände mit Seife zu waschen. Wer in Bahn und Bus unterwegs ist, sollte sich abwenden, um nicht angeniest oder angehustet zu werden. Auch an Gegenständen, die von vielen Menschen genutzt werden, kann man sich anstecken. Deshalb - wenn möglich - Oberflächen wie Türklinken, Lichtschalter oder Telefonhörer im Büro regelmäßig desinfizieren. Außerdem sollten Räume regelmäßig gut gelüftet werden, denn in überheizten Büros und Wohnungen halten sich die Viren besonders gut.

Risikopatienten

Gefährdet sind alle Patienten mit einer chronischen Erkrankung, die etwas mit dem Abwehrsystem zu tun hat: Zum Beispiel Patienten mit chronischer Sinusitis oder Asthma, genauso wie Patienten, die aufgrund einer rheumatischen Erkrankung langfristig Immunmodulatoren nehmen müssen oder die wegen einer anderen Erkrankung immunsupprimiert (unterdrückt) sind. Risikopatient ist außerdem jeder, der transplantiert ist oder eine zystische Fibrose hat.

Impfen gegen Influenza-Grippe

© picture alliance/dpa

Grippeschutz-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt Menschen über 60 Jahren, sich gegen die Influenza-Grippe mit einem quadrivalenten Tot-Impfstoff mit aktueller Antigenkombination impfen zu lassen, denn ihr Risiko, dass das Immunsystem in die Knie geht, ist tendenziell größer als bei Jüngeren.

Zu den Risikopatienten zählen auch Menschen ab sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel:

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD)
  • chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Chronische neurologische Krankheiten, zum Beispiel Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben
  • HIV

Empfohlen wird die Grippeimpfung aber auch Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, sowie medizinischem Personal.

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