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Grippe-Impfstoff: Bayern will Reserven zusammenkratzen | BR24

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Da der Grippe-Impfstoff inzwischen überall in Bayern fehlt, sollen nun alle Reserven zusammengekratzt werden – auch aus dem Ausland. Das bestätigen die Behörden. Der Grund: Immer mehr Bayern lassen sich gegen Grippe impfen.

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Grippe-Impfstoff: Bayern will Reserven zusammenkratzen

Grippe-Impfstoff fehlt inzwischen überall in Bayern, bestätigen die Behörden. Nun sollen alle Reserven zusammengekratzt werden, auch aus dem Ausland. Schon jetzt haben sich mehr Bayern gegen Grippe impfen lassen als im gesamten vorigen Winter.

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Der Mangel an Grippe-Impfstoff macht sich mittlerweile im gesamten Freistaat bemerkbar. Nach einer Sondersitzung der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, dem Bayerischen Rundfunk: "Über ganz Bayern hinweg gibt es Berichte, dass Arztpraxen keinen Impfstoff mehr haben und auch keinen bekommen".

Die Arbeitsgemeinschaft, in der neben dem LGL auch die Organisationen der Ärzte und Apotheker und die Krankenkassen vertreten sind, will nun möglichst alle Reserven an Grippe-Impfstoff mobilisieren.

Der wichtigste Schritt, so Zapf, sei zu erfragen, bei welchen Herstellern noch Impfstoffreserven lagern. "Die haben auch Unterstützung angeboten bei der Suche, damit noch Impfstoff für Bayern zur Verfügung gestellt werden kann."

Wegen Notsituation dürfen Ärzte jetzt Impfstoff austauschen

Nach Impfstoff gesucht wird jetzt auch im gesamten europäischen Ausland. Außerdem soll eine Abfrage bei allen bayerischen Ärzten klären, wie groß der Impfstoffmangel insgesamt ist und welche Praxen noch etwas an Kollegen abgeben können. Das LGL erlaubt jetzt wegen der Notsituation einen solchen Austausch von Impfstoff zwischen Ärzten, der normalerweise aus Gründen der Arzneimittelsicherheit verboten ist. Die Krankenkassen hätten zugesagt, die Abrechnung dabei unbürokratisch zu handhaben, so Zapf. Impfstoff nachzuproduzieren ist technisch nicht möglich, weil die Herstellung zu lange dauert.

Mehr Bayern lassen sich gegen Grippe impfen

Die Impfsaison für Grippe dauert laut LGL üblicherweise bis zum Januar. In diesem Jahr lassen sich jedoch mehr Bayern impfen als bisher üblich. Laut LGL haben im Freistaat schon jetzt fünf Prozent mehr Menschen eine solche Impfung vornehmen lassen als im gesamten vorigen Winter. Ein möglicher Grund könnte sein, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Winter ihren Mitgliedern erstmals den Vierfach-Grippeimpfstoff bezahlen, der einen besseren Schutz als ein Dreifachimpfstoff bieten soll. Außerdem ist im vergangenen Winter die Grippewelle in Deutschland außergewöhnlich heftig ausgefallen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Grippe-Schutzimpfung unter anderem für Menschen über 60, Schwangere, chronisch Kranke und medizinisches Personal. Die Landesarbeitsgemeinschaft Impfen zeigt sich erfreut über die erhöhte Impfbereitschaft in Bayern. Deswegen sei es auch so wichtig, dass alle Interessierten auch ein Impfangebot bekommen, so der Präsident des LGL, "ansonsten haben wir die Sorge, dass ihr Interesse in den kommenden Jahren nachlässt."