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Griechische Schule in München wird abgerissen | BR24

© Stadt München

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist froh, dass der Rohbau wegkommt und die Planungen für eine städtische Schule und eine Kinderbetreuungseinrichtung beginnen können.

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Griechische Schule in München wird abgerissen

Ende einer Lokalposse: Im April hat der Stadtrat beschlossen, den Rohbau der Griechischen Schule im Münchner Stadtteil Berg am Laim abzureißen. Jetzt war das Baureferat vor Ort. Für das Gelände hat die Stadt nun eigene Pläne.

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Begonnen hat die ganze Geschichte im Jahr 2001, als die Stadt München das Gelände in Berg am Laim für 3,8 Millionen Euro an den griechischen Staat verkaufte, damit dieser dort eine Schule bauen kann. 2006 sollte die fertig sein.

Spatenstich erst nach 13 Jahren - bis heute steht nur der Rohbau

Doch der erste Spatenstich erfolgte erst im Jahr 2014 und bald schon wurden die Bauarbeiten wieder beendet. Bis heute existiert auf dem 15.000 Quadratmeter großen Gelände nur der Rohbau. Da Griechenland die Fertigstellung der Schule innerhalb der vereinbarten Fristen nicht bewerkstelligen konnte, versuchte die Stadt München das Gelände zurückzubekommen.

Griechenland könnte künftig zum Mieter werden

Zahlreiche juristische Auseinandersetzungen begleiteten den "Nichtbau" der Schule. Mittlerweile ist die Stadt München wieder Eigentümerin des Areals. Sie sieht sich von Anwohnern schon länger in der Kritik - schließlich platzt das nahe gelegene Michaeli-Gymnasium aus allen Nähten. Geplant ist nun, auf dem Gelände eine städtische Schule unterzubringen, auch eine Kinderbetreuungseinrichtung ist im Gespräch. Zudem wird überlegt, dem griechischen Staat Räume zur Miete anzubieten.

Zaun sollte griechische Hoheitsrechte sichern

Ein Höhepunkt der jahrelangen Posse war, als vor kurzem Griechenland einen Zaun um das Gelände aufbauen ließ und quasi per Hoheitsrecht sich zur Besitzerin des Areals erklärte. Doch auf einmal war der Zaun weg - und die Stadt reagierte prompt und errichtete einen eigenen.

Abriss des erdbebensicheren Rohbaus könnte teuer werden

Am 10. April beschloss der Stadtrat dann den Abriss des Rohbaus. Doch der könnte teuer werden: Denn Griechenland hat den Bau nicht nach bayerischen, sondern nach eigenen Vorgaben hochgezogen. Das Fundament ist erdbebensicher, die Baugrube gegen alle Erdstöße mit Beton ausgegossen.

Angedacht ist nun, Griechenland lediglich den vereinbarten Rückkaufpreis abzüglich der Abrisskosten zu bezahlen. Vom Kaufpreis dürfte nach Einschätzung der Stadt nach Abzug des teuren Abrisses allerdings nicht mehr viel übrig bleiben. Künftige juristische Auseinandersetzungen sind vielleicht nicht ganz ausgeschlossen.