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Grenzwert überschritten: Würzburg unter Corona-Beschränkungen | BR24

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In der Stadt Würzburg wurde die bundesweite Obergrenze für Corona-Neuinfektionen überschritten. Diese liegt laut einer Pressemitteilung der Stadt derzeit bei 67,25 Infizierten je 100.000 Einwohner.

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Grenzwert überschritten: Würzburg unter Corona-Beschränkungen

Die Stadt Würzburg hat verschärfte Corona-Maßnahmen beschlossen. Dazu gehört auch ein Alkoholverbot auf der Alten Mainbrücke. Mit 57,87 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind die Zahlen inzwischen aber wieder rückläufig.

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Ein Sprecher der Stadt Würzburg betont, dass in Würzburg noch keine Entspannung angesagt ist, nachdem der Grenzwert für Corona-Neuinfizierte zunächst mit 67,25 je 100.000 Einwohner überschritten wurde. Inzwischen meldet das LGL wieder rückläufige Zahlen. Aktuell liegt der Wert bei 57,87 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. An diesem und am nächsten Wochenende gilt ein Alkoholverbot auf der Alten Mainbrücke jeweils von Freitag bis Sonntag – immer ab 16.00 Uhr bis 06.00 Uhr morgens. Hintergrund sind die Menschengrüppchen, die sich um den Ausschank und um die Stehtischchen bilden, seit sich der "Brückenschoppen" zur touristischen Attraktion gemausert hat.

Hier werden sogenannte Infektionscluster befürchtet. Durch das nahe Beisammenstehen kann ein Infizierter möglicherweise eine größere Anzahl an Menschen anstecken. Genau das hatte sich offenbar in einer Würzburger Shisha-Bar ereignet. Hier ging wahrscheinlich ein größeres Infektionsgeschehen auf einen einzelnen Reiserückkehrer zurück.

Corona-Grenzwert überschritten: Private Treffen verschieben

Private Treffen, egal ob in den eigenen vier Wänden oder in einem angemieteten Club oder Restaurant, sind nur noch mit 50 Personen erlaubt. Unter freiem Himmel dürfen sich 100 Personen treffen. Die Stadt bittet aber ausdrücklich um Augenmaß: Man solle prüfen, ob sich eine Familienfeier oder andere geplante Treffen im Moment nicht besser verschieben oder sich zumindest die Teilnehmerzahl reduzieren lasse.

Würzburg will in den nächsten Tagen auch mit Plakaten auf die besondere Corona-Gefahrenlage in der Stadt hinweisen. Ein Kindergarten und mehrere Schulen in Unterfranken melden inzwischen auch Infektionsfälle.

Ministerpräsident Söder äußert Besorgnis

Zu der aktuellen Lage befragt, äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder am Freitag: "Ich mache mir schon Sorgen. Manch' einer sagt: Machen wir uns zu viele Sorgen. Ich wäre an der Stelle gerne ein völliger Optimist und würde gerne sagen: Corona ist besiegt – es ist vorbei, wir müssen uns nicht mehr anstrengen! Aber zu glauben, dass um uns herum die Zahlen explodieren und auch wieder die Krankenhäuser langsam volllaufen und das alles hätte mit uns nichts zu tun, ist etwas blauäugig."

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Die Stadt Würzburg hat verschärfte Corona-Maßnahmen beschlossen. Nachdem der Grenzwert bei 67 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner lag, sind die Zahlen inzwischen wieder rückläufig.

Unterschiedliche Zahlen zu Corona-Fällen

Zu den teils stark unterschiedlichen Zahlenangaben auf den Infoseiten von RKI, LGL und in den Meldungen der Landratsämter führt das LGL aus, dass die Meldungen von positiven Testergebnissen nicht immer am selben Tag auch an die übergeordneten Behörden weitergegeben werden. So würden die Gesundheitsämter zunächst vorrangig Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln, was die Mitarbeiter sehr in Anspruch nimmt. So können sich vom LGL veröffentlichte Fallzahlen auch rückwirkend für die einzelnen Meldetage noch erhöhen.

Zudem kann es sein, dass unterschiedliche Ämter auch eine unterschiedliche Datenbasis zu den Einwohnerzahlen heranziehen. Allein das kann dann schon wieder zu Werteverschiebungen in den Statistiken führen.

Auch technische Probleme führen zu Unterschieden bei Corona-Zahlen

So gab es jetzt aktuell in den letzten Tagen Zählprobleme zwischen Stadt und Landkreis Würzburg. Aus technischen Gründen wurden da einige Fälle zunächst zum Landkreis gezählt, die aber eigentlich Stadtbewohner sind. Deswegen war der Landkreis kurzfristig über dem 35er-Warnwert. Das ist jetzt wieder berichtigt. Für den Landkreis Würzburg meldet das LGL aktuell eine sieben-Tages-Inzidenz von 27,1. Und das Landratsamt Würzburg hat angekündigt: Es will künftig ganz bewusst keine eigenen Zahlen mehr veröffentlichen, sondern auf die Webseite des LGL verweisen. Auch, um einen womöglich zusätzlich verwirrenden Datensatz weniger im Umlauf zu haben.

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