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Ein Schild an der tschechischen Grenze.

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    Grenzlandkreise: Verschärfte Regeln für Pendler und Betriebe

    Die an Tschechien grenzenden Landkreise Tirschenreuth, Cham und Neustadt an der Waldnaab haben für Grenzgänger, Pendler und Betriebe schärfere Corona-Regeln aufgestellt. Ministerpräsident Markus Söder schließt zudem eine Grenzschließung nicht aus.

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    Von
    • Anne Axmann
    • BR24 Redaktion

    Die Landkreise Tirschenreuth, Cham und Neustadt an der Waldnaab kündigen verschärfte Corona-Regeln für Betriebe und Grenzgänger ins benachbarte Tschechien an. Ministerpräsident Markus Söder hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus außerdem eine Schließung der Grenze zu Tschechien und zu Österreich nicht ausgeschlossen.

    Ohne Stopp zum Arbeitsplatz

    Ab sofort müssen sich Grenzgänger nach ihrer Einreise in den Landkreis direkt an ihre Arbeitsstätte begeben. Nach der Arbeit sind sie verpflichtet, den Landkreis auf direktem Weg wieder zu verlassen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Tirschenreuth. Der Arbeitsplatz darf nur für betriebliche Zwecke oder Corona-Tests verlassen werden. Auch in Mitteilungen der Landratsämter Cham und Neustadt an der Waldnaab wird auf diese neue Regelung hingewiesen.

    Grenzpendler, die in Tschechien arbeiten und in den Landkreisen Tirschenreuth, Cham oder Neustadt an der Waldnaab wohnen, dürfen nur zwischen Arbeit und Wohnort pendeln und die Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen.

    Grenzschließung zu Tschechien und Österreich?

    Auch eine Schließung der Grenze zu Tschechien sei laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht ausgeschlossen. "Sollte Tschechien nicht in der Lage sein, seine Notmaßnahmen zu verlängern, dann muss auch klar sein, dass Tschechien ein Mutationsgebiet ist und dann muss auch die Grenzschließung ein Thema sein", sagte Söder am Mittwochabend im ZDF-"heute-journal". Das gelte auch für Österreich. "Wir sind bei Österreich sehr verunsichert", sagte Söder. Die Regierung in Wien habe im von der südafrikanischen Virus-Variante stark betroffenen Bundesland Tirol Quarantänemaßnahmen verhängt. "In Tirol, so hört man, interessiert das niemanden", sagte Söder. "Ich bin schon besorgt, dass da ein zweites Ischgl droht."

    Verpflichtende Schutz- und Hygienekonzepte für Betriebe

    Alle Betriebe, die mehr als fünf Personen aus einem Hochinzidenzgebiet, zum Beispiel Tschechien, beschäftigen, sind verpflichtet, ein betriebliches Schutz- und Hygienekonzept mit Regelungen zum Mindestabstand, zur Maskenpflicht sowie zur Lüftung und Arbeitstätigkeit in gleichbleibenden Arbeitsgruppen zu erstellen und umzusetzen, heißt es in den Pressemitteilungen weiter.

    Schulen bleiben in Tirschenreuth wahrscheinlich geschlossen

    Zu möglichen Öffnungen von Kindergärten und Schulen im Landkreis Tirschenreuth heißt es in der Pressemitteilung, dass aufgrund der aktuellen Situation davon auszugehen ist, dass auch nächste Woche Schulen und Kitas im Landkreis geschlossen bleiben.

    Inzidenzwert in Tirschenreuth noch immer am höchsten

    Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Tirschenreuth betrug am Mittwoch laut RKI 383,1 und ist damit noch immer die höchste deutschlandweit. Im Landkreis handelt es sich weiterhin um ein diffuses Infektionsgeschehen - über den ganzen Landkreis verteilt. Betriebe seien von positiven Fällen und von Verdachtsfällen auf Corona-Mutationen betroffen, wie es weiter heißt.

    Kein Trend zu sinkendem Inzidenzwert in Neustadt erkennbar

    Der Landkreis Neustadt an der Waldnaab begründet seine Anordnung mit einer 7-Tage-Inzidenz, die mit 121,8 deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt liegt. Zudem sei ein Trend zu sinkenden Infektionszahlen derzeit nicht zu beobachten und es sei mehrfach die Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden. Des Weiteren verweist das Landratsamt darauf, dass die 7-Tage-Inzidenz in Tschechien aktuell bei über 450 liege, im Bezirk Eger sogar über 1.000.

    Freiwillige und kostenlose Antigen-Schnelltests im Landkreis Cham

    Der Landkreis Cham bietet derweil allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Wohn- bzw. Arbeitsort im Landkreis ab sofort auch freiwillige und kostenlose Antigen-Schnelltests an. Damit wird das vorhandene Testangebot mit den PCR-Tests in den Chamer Testzentren und den Schnelltests an den Grenzen nochmals erweitert. "Wir wollen damit auch unserer Bevölkerung, insbesondere den hiesigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ein engmaschiges Testen ermöglichen und so die Sicherheit am Arbeitsplatz weiter erhöhen", sagt Landrat Franz Löffler.

    Das neue Schnelltestzentrum befindet sich im Gebäude des BRK-Kreisverbandes Cham an der Further Straße 10 in Cham. Es ist jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 7.00 bis 9.00 Uhr sowie von 16.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Auf das Testergebnis muss nicht gewartet werden, es wird nach 20 bis 30 Minuten per E-Mail zugeschickt.

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