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Grenzgänger: Oberpfälzer Unternehmen kämpfen um Angestellte | BR24

© dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Ein Polizist kontrolliert auf einem Parkplatz kurz nach der deutsch-tschechischen Grenze ein Fahrzeug.

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    Grenzgänger: Oberpfälzer Unternehmen kämpfen um Angestellte

    Ab Freitag brauchen Grenzgänger aus Hochrisikogebieten eine Bescheinigung der deutschen Behörden, wenn sie über die Grenze wollen. Auch Oberpfälzer Betriebe kämpfen jetzt um ihre Mitarbeitenden aus Tschechien. Die Uhr tickt.

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    • BR24 Redaktion

    Bayerns Unternehmen kämpfen bis zuletzt um eine Ausnahme-Einreisegenehmigung für ihre Angestellten aus den Hochrisiko-Gebieten Tirol und Tschechien. In der Oberpfalz handelt es sich vor allem um Betriebe, in denen tschechische Pendler arbeiten. Sie brauchen für ihre Einreise ab Freitag eine Bescheinigung der deutschen Behörden.

    "Alle legalen Möglichkeiten ausschöpfen"

    "Es geht um jeden einzelnen Mitarbeiter", sagt Richard Brunner von der Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. "Da wird man bis Mitternacht alle legalen Möglichkeiten ausschöpfen, um möglichst viele noch über die Grenze zu bringen."

    Rund 2.500 systemrelevante Betriebe gemeldet

    Dem Bayerischen Innenministerium wurden am Mittwoch rund 2.500 systemrelevante Betriebe gemeldet, die weiter Grenzgänger beschäftigen dürfen. "Es gibt noch Nachmeldungen, die sind im Prinzip auch immer möglich", sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage.

    Unternehmen könnten also auch in den kommenden Wochen noch einen Antrag bei den Landkreisen oder kreisfreien Städten stellen. Die Mitarbeitenden müssten dann aber abwarten, bis sie die Bescheinigung erhalten, betonte der Sprecher. Ein Arbeitsvertrag reiche ab Freitag nicht mehr als Nachweis aus.

    Frist um zwei Tage verlängert

    Eigentlich sollte die Regelung schon seit Mittwoch gelten. Doch auf Bitte der sächsischen Regierung sei die Frist um zwei Tage verlängert worden, hieß es aus dem Bundesinnenministerium. Eine erneute Fristverlängerung stehe nicht zur Diskussion, teilte das Bayerische Innenministerium mit.

    "Das System wird morgen (Freitag 19.02.) scharf gestellt", befürchtet auch Richard Brunner von der IHK Oberpfalz. Einige Betriebe versuchen nun wieder, für ihre Mitarbeitenden Hotelzimmer in Deutschland zu organisieren. "Es ist unglaublich, was die Unternehmen, aber vor allem die Pendler alles auf sich nehmen."

    Meiste Ausnahmen für Betriebe in der Oberpfalz

    Die meisten Ausnahmen gibt es nach Angaben der Regierungen für Betriebe in den Grenzregionen: In der Oberpfalz dürfen Grenzgänger von 750 Unternehmen weiter arbeiten, in Oberbayern von 715, in Niederbayern von 385 und in Oberfranken von 199 Unternehmen. In Mittelfranken gilt für 54 Betriebe eine Ausnahme, in Unterfranken nur für sechs.

    Viele wegen fehlender Tests oder Dokumente zurückgewiesen

    Bundespolizei und Bayerische Grenzpolizei mussten im Zeitraum zwischen dem 14. und dem 16. Februar an den bayerischen Landesgrenzen bei rund 48.600 kontrollierten Personen über 6.700 zurückweisen. Diese Kontrollierten erfüllten jeweils nicht die Einreisevoraussetzungen.

    Ausnahmen für Lastwagenfahrer und systemrelevante Berufsgruppen

    Wegen der neuen Virus-Varianten dürfen aus Tschechien und weiten Teilen Tirols nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Pendler in systemrelevanten Berufen - dazu zählen beispielsweise Beschäftigte in der Arzneimittel- und Medizinproduktion, Mitarbeitende von Berufsfeuerwehren und Sicherheitsdiensten oder Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen.

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