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© Jana Kornely / Greenpeace Augsburg
Bildrechte: Jana Kornely / Greenpeace Augsburg

Greenpeace-Protest gegen das EU-Mercosur-Handelsabkommen

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    Greenpeace will Mercosur-Handelsabkommen stoppen

    Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt hat Greenpeace Augsburg den Stopp des EU-Mercosur-Handelsabkommens mit vier südamerikanischen Staaten gefordert. Aktivisten warnten, der Vertrag könnte dem Einsatz giftiger Pestizide Tür und Tor öffnen.

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    Von
    • Susanne Hofmann

    In einer Mitteilung erklärt die Umweltschutzorganisation Greenpeace ihren Widerstand zu dem Abkommen: Würde das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten Realität, sänken die Exportzölle auf Pestizide, die in der EU oftmals verboten sind.

    Ihr Absatz dürfte dadurch steigen. "Es kann nicht sein, dass Wirtschaftsminister Altmaier angesichts der ökologischen Krise an so einem Killer-Deal für Artenvielfalt und Klima festhält", betont Katharina Wagner von Greenpeace Augsburg und fordert: "Die Bundesregierung muss das Abkommen endgültig ablehnen."

    Greenpeace-Untersuchung: 59 von 70 Südfrüchten enthielten Pestizid-Rückstände

    Greenpeace hatte vergangenen Mittwoch die Ergebnisse einer Pestizid-Untersuchung veröffentlicht: Daraus ging hervor, dass 59 von 70 getesteten Papayas, Mangos, Melonen, Limetten und Feigen aus Brasilien Rückstände von Pestiziden enthielten, darunter elf, die in der EU nicht zugelassen seien. Einige der gefundenen Wirkstoffe würden auch von deutschen Konzernen vertrieben, kritisiert Greenpeace und ergänzt: "Was für die heimischen Felder und Äcker zu giftig ist, wird ins außereuropäische Ausland verlagert."

    Kritik: Stadt Augsburg will sich nicht öffentlich positionieren

    An die Adresse der Stadtregierung hatten die Aktivisten vor einigen Tagen zusammen mit dem Klimacamp Augsburg die Forderung gestellt, sich öffentlich gegen das Abkommen zu positionieren. Die Stadt entschied jedoch gegen eine öffentliche Haltungsbekundung. "Damit sind die Klimaschutzbemühungen der Stadt wieder einmal nur ein Lippenbekenntnis", so Wagner.

    Widerstand gegen das Abkommen wächst

    Die EU und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wollten die weltweit größte Freihandelszone mit rund 800 Millionen Einwohnern schaffen. Seit Monaten wächst der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen. Ein Bündnis aus mehreren Hundert europäischen und südamerikanischen Organisationen lehnt das Abkommen ab. Es gefährde Klima, Umwelt, Tier- und Menschenrechte.

    Auch EU-Mitgliedstaaten wie Österreich, Frankreich, Belgien oder Luxemburg sowie das Europäische Parlament haben Bedenken geäußert. Damit das Abkommen in Kraft tritt, müssen die Mitgliedstaaten, das EU-Parlament und die nationalen Parlamente zustimmen.

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