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Granitbahn: Zukunftsfähig oder Abstellgleis? | BR24

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Die Granitbahn, eine alte Bahnstrecke zwischen Passau und Hauzenberg, wurde nach fast 20 Jahren Stillstand durch einen privaten Förderverein mit viel Mühe reaktiviert. Nun ist der ersten Abschnitt in Betrieb. Und wir sind mitgefahren.

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Granitbahn: Zukunftsfähig oder Abstellgleis?

Seit August fährt sie wieder: die Granitbahn. Fast 20 Jahre verkehrten keine Züge zwischen Passau und Hauzenberg. Jetzt hat ein Förderverein die Bahn reaktiviert. Für die Ehrenamtlichen geht damit ein Traum in Erfüllung. Es gibt aber auch Kritik.

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Von
  • Martin Gruber
  • BR24 Redaktion

Die Granitbahn, eine alte Bahnstrecke zwischen Passau und Hauzenberg, wurde nach fast 20 Jahren Stillstand durch einen privaten Förderverein mit viel Mühe reaktiviert. Nun ist der ersten Abschnitt in Betrieb. Es gibt viel Freude darüber, aber auch Kritik.

Gleise von Bäumen, Unkraut und Müll befreit

"Eigentlich unglaublich, dass die Bahn jetzt fährt", freut sich Heidi Bauer, die Vorsitzende des "Fördervereins Lokalbahn Hauzenberg-Passau". Viele Jahre hatte sie mit ihren ehrenamtlichen Helfern die Strecke befahrbar gemacht, die Gleise von Bäumen, Unkraut, Schwemmsand und Müll befreit, sich um die nötigen Genehmigungen gekümmert. Jetzt organisiert sie Sonderfahrten vom Passauer Hauptbahnhof zum Ortsteil Rosenau. Auch den Anschluss an die Ilztalbahn haben die Eisenbahnfreunde schon getestet. "Wir haben nach den ersten Touren fast nur positives Feedback bekommen", freut sich Bauer.

Hauzenberg ist das Ziel

Zunächst einmal soll die Granitbahn touristische Zwecke erfüllen und zum Beispiel Tagesausflüglern die malerische Altstadt und den Dom von der Innseite aus zeigen. Bauer: "Mittelfristig könnte der reaktivierte Zug als eine Art Stadtbahn den Passauer Verkehr etwas entlasten. Langfristig ist natürlich die Verbindung bis nach Hauzenberg das Ziel." Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

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Die Karte zeigt, wo die Bahn seit August fährt (gelb) und die geplante Route nach Hauzenberg in zwei, drei Jahren (gestrichelt).

Beitrag zur Verkehrswende oder Millionengrab?

Über die Bahn wird seit der "Wiederbelebung" lebhaft und kontrovers diskutiert. Stadtrat Urban Mangold (ÖDP) sagt: "Ich bin überzeugt davon, dass eine Lokalbahn im Rahmen der Verkehrswende in einem guten Stadt-Umland-Bahnkonzept sinnvoll sein kann. Ein Zug steht nie im Stau, ein Bus schon."

Klaus Schürzinger von den Freien Wählern zweifelt den Nutzen der Granitbahn an. "Gegenüber dem Bus hat der Zug vor allem in punkto CO2 Nachteile. Und wirtschaftlich ist so eine Bahn kaum zu verantworten", meint Schürzinger und verweist auf die 3,8 Millionen Euro, die die umkämpfte Waldbahn von Gotteszell nach Viechtach jährlich kostet.

Kritik kommt auch von einigen Anwohnern in der Passauer Innstadt. Sie fühlten sich bei den Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme nicht mitgenommen, befürchten Lärm und andere Beeinträchtigungen, finden die Optik des provisorischen Bahnsteiges in der Rosenau "unwürdig".

Weitere Granitbahn-Fahrten geplant

Trotz Gegenwinds lässt sich Heidi Bauer nicht beirren. Schon im Oktober werden die nächsten Sonderfahrten stattfinden, sagt sie. "Die Zeit der Eisenbahn wird kommen. Ganz bestimmt. Bei der Granitbahn geht es jetzt mal darum, dass die Fahrgäste Freude daran haben und sehen, was man aus dieser tollen Strecke alles machen kann."