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Grafenwöhr nimmt US-Drohung zu Truppenabzug gelassen | BR24

© BR/Margit Ringer

Die USA fordern schon lange, dass Deutschland mehr Geld für Verteidigung ausgibt. Kurz vor der Europareise von Präsident Trump verschärfen sie den Ton und drohen mit einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland - Grafenwöhr nimmt das gelassen.

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Grafenwöhr nimmt US-Drohung zu Truppenabzug gelassen

Die USA fordern schon lange, dass Deutschland mehr Geld für Verteidigung ausgibt. Kurz vor der Europareise von Präsident Trump verschärfen sie den Ton und drohen mit einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland - Grafenwöhr reagiert gelassen.

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Die Drohung des US-Botschafters Richard Grenell, Teile der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, löst in Grafenwöhr keine Unruhe aus. Hier befindet sich der größte und modernste Truppenübungsplatz der US-Armee in Europa mit gut 11.000 Soldaten.

Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) muss Fragen nach einem Abzug der US-Truppen inzwischen alle paar Monate beantworten. US-Präsident Donald Trump droht inzwischen nahezu regelmäßig mit einem Abzug von US-Truppen aus Deutschland.

"Die Zeichen stehen hier in eine ganz andere Richtung." Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch

US-Armee investiert weiter

Erst im Dezember sei eine komplette Brigade auf dem Truppenübungsplatz wieder aktiviert worden. Damit werden rund 1.500 Soldaten zusätzlich dauerhaft hier stationiert. Der Aufbau erfolgt seit Dezember und wird noch mehrere Monate andauern. Zudem investiert die US-Armee weiter in die Infrastruktur auf dem Truppenübungsplatz. Für rund 50 Millionen Euro wird derzeit eine neue Wartungshalle für Fahrzeuge gebaut. Zudem entsteht für knapp 30 Millionen Euro seit November eine neue Grundschule, die 2021 eingeweiht werden soll.

Insgesamt hat die US-Armee in den vergangenen zehn Jahren mehr als 1,3 Milliarden Euro in die Infrastruktur auf dem Truppenübungsplatz investiert.

Abzug würde Grafenwöhr hart treffen

Grafenwöhrs Bürgermeister Knobloch gibt zu, ein Abzug der US-Truppen wäre sehr schlecht für die Region. Die US-Armee beschäftigt auch 3.000 zivile Mitarbeiter auf den beiden Übungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels, rund zwei Drittel davon sind Deutsche. Zudem liefern regionale Betriebe und Firmen ihre Waren täglich auf den Truppenübungsplatz.

Dass aber tatsächlich ein Abzug erfolge, sei unwahrscheinlich, so Knobloch. Der Bürgermeister ärgert sich, dass US-Präsident Donald Trump immer wieder solche Gerüchte schürt. Wenn US-Botschafter Richard Grenell der Auffassung sei, dass hier nichts für die NATO getan werde, sei er gerne eingeladen nach Grafenwöhr, schiebt der Bürgermeister hinterher.

Grafenwöhr: "Kronjuwel der US-Armee"

Derzeit findet wieder die regelmäßige NATO-Übung "Combined Resolve" mit 5.000 Soldaten aus 21 Nationen statt. Im Jahr 2017 trainierten im Schnitt täglich rund 1.000 Soldaten von US-Armee, NATO und NATO-Partnerländern auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Insgesamt waren es laut US-Armee 358.000 im Jahr 2017. In Militärkreisen gilt der Truppenübungsplatz Grafenwöhr als "Kronjuwel der US-Armee in Europa", so hat ihn ein ehemaliger Kommandeur und heutiger ranghoher Funktionär im Pentagon einmal bezeichnet.

Rund 11.000 Soldaten sind hier stationiert, zusammen mit ihren Familien umfasst die US-Garnison Bavaria insgesamt über 40.000 Amerikaner in der Oberpfalz, Tendenz steigend. Zur Garnison gehören die Standorte Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch.