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Bildrechte: BR/ Norbert Steiche

PreussenElektra und die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung, kurz BGZ, haben am ehemaligen KKW Standort Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt ein neues Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorgestellt.

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Grafenrheinfeld: Zwischenlager für radioaktiven Müll vorgestellt

Seit 2015 ist das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld abgeschaltet und wird nach und nach abgebaut. Als Zwischenlager für den radioaktiven Schutt wurde nun eine Halle vorgestellt. Gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung bestehen laut Betreiber nicht.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Norbert Steiche

Am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) dient eine neue Halle als Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Dort soll der Schutt aus dem Rückbau des Kraftwerks liegen, bis er schließlich in ein Endlager gebracht wird. Der ehemalige KKG-Betreiber PreussenElektra und die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) haben das Lager nun offiziell vorgestellt. Der Bau der Halle hat etwa 17 Millionen Euro gekostet. Sie hat ein genehmigtes Einlagerungsvolumen von 6.000 Kubikmetern.

Halle wird ab Sommer befüllt

Ab dem Sommer will PreussenElektra in der Halle Abfälle aus dem Rückbau des stillgelegten Atommeilers lagern. Ab 2027 sollen die Abfälle in das für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorgesehene Endlager Schacht Konrad kommen. Es werde etwa 30 Jahre lang dauern, bis der letzte Container aus der 101 Meter langen, 28 Meter breiten und 17 Meter hohen Halle in den Schacht Konrad gebracht worden sein wird. Davon gehen zumindest Bernd Kaiser, PreussenElektra Standortleiter für Grafenrheinfeld, und Jürgen Bruder, Leiter der Lager der BGZ in Grafenrheinfeld, aus.

PreussenElektra: Keine gesundheitliche Gefahr für Bevölkerung

Eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Standortleiter Kaiser nicht. Die Strahlung dürfe einen Wert von zehn Mikrosievert auf den Körper eines Menschen pro Jahr nicht übersteigen. Das entspreche einer Strahlung, die man bei einem Flug nach Mallorca, bei einer Röntgenaufnahme für Zähne, bei einer Mahlzeit von 150 Gramm Fisch oder bei zwei Tagen Aufenthalt in geschlossenen Räumen aufnehme.

Fremder radioaktiver Müll darf maximal zehn Jahre gelagert werden

Laut PreussenElektra sieht die Genehmigung vor, dass 20 Prozent des Hallenvolumens maximal zehn Jahre für Abfälle aus anderen Kernkraftwerken des Betreibers genutzt werden darf. Bislang gibt es laut Bernd Kaiser keine Pläne, auch Müll von anderen KKW-Standorten in Grafenrheinfeld einzulagern.

Gegen die Option, in der Halle auch Müll von anderen Kraftwerken – speziell vom KKW Würgassen – einzulagern, hatten in der Region bereits Atomkraftgegner, Naturschutzverbände, Grünen-Politiker oder auch die Gemeinde Bergrheinfeld protestiert. Neben den Grünen protestieren dagegen auch die CSU-Kreisverbände Schweinfurt Stadt und Land.

KKW-Rückbau läuft seit drei Jahren

Ende Juni 2015 war das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld nach 33 Betriebsjahren endgültig abgeschaltet worden. Seit April 2018 läuft der Rückbau. Am 15. Dezember 2020 wurden die letzten Brennstäbe aus dem Reaktorbereich abtransportiert. Für den gesamten Rückbau des KKW Grafenrheinfeld geht das Unternehmen von einem Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren aus. 2035 soll vom gesamten Kernkraftwerk nicht mehr zu sehen sein. Im Atommüll-Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente stehen 54 Castoren. Das Lager hat eine Betriebsgenehmigung bis 2046.

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