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Die "Bereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle" in Grafenrheinfeld

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    Grafenrheinfeld: Strahlender Müll – Bundesgesellschaft zuständig

    Seit drei Jahren wird das KKW Grafenrheinfeld zurückgebaut. Nun ist formal die Verantwortung für die sogenannte Bereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Abriss auf die "Bundesgesellschaft für Endlagerung" übergegangen.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Norbert Steiche

    Der Kernkraftwerksbetreiber PreussenElektra, der die Halle am Kraftwerksstandort errichten ließ, trägt weiterhin die Verantwortung für den Rückbau des Kraftwerks. Der Bau der Halle hatte rund 17 Millionen Euro gekostet. Sie ist 101 Meter lang, 28 Meter breit und 17 Meter hoch. Die Halle hat ein genehmigtes Einlagerungsvolumen von 6.000 Kubikmetern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Der schwach- und mittelradioaktive Müll aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) wird laut einer Sprecherin von PreussenElektra in verschließbaren Containern gelagert werden. Bislang ist noch kein Müll eingelagert worden. Es gab jedoch unter anderem per Kran "Einlager-Übungen".

    Schutt aus anderen Kernkraftwerken darf zwischengelagert werden

    Laut PreussenElektra sieht die Lagergenehmigung vor, dass 20 Prozent des Gesamtvolumens für einen begrenzten Zeitraum für Abfälle aus anderen Kernkraftwerken von PreussenElektra genutzt werden darf. So werden für das ehemalige KKW Würgassen in Nordrhein-Westfalen Lagerkapazitäten für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebraucht. Gegen die Option, in der Halle auch Müll von anderen Kernkraftwerken einzulagern, hatten in der Region bereits Atomkraftgegner, Naturschutzverbände, Grünen-Politiker oder auch die Gemeinde Bergrheinfeld protestiert.

    Im Juni 2015 stillgelegt

    Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld wurde in den Nacht auf den 28. Juni 2015 außer Betrieb genommen. Am 15. Dezember 2020 wurden die letzten Brennstäbe aus dem Reaktorbereich abtransportiert. Den Planungen zufolge soll das Kraftwerk bis 2033 weitgehend abgerissen sein. Bis dahin werden etwa 1.850 Tonnen Schutt des KKG im Abfallwirtschaftszentrum "Rothmühle" des Landkreises Schweinfurt landen. Über 90 Prozent der mehr als 300.000 Tonnen Schutt aus dem Kernkraftwerk sollen recycelt werden.

    "Endlager Konrad" soll schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aufnehmen

    Für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle am ehemaligen KKW Grafenrheinfeld ist das genehmigte Endlager Konrad vorgesehen. Dies soll nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung 2027 in Betrieb gehen. Atomkraftgegner bezweifeln, dass der Zeitplan einzuhalten ist und vermuten, dass der schwach- und mittelradioaktive Müll deutlich länger am Standort Grafenrheinfeld bleiben könnte.

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