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Grafenrheinfeld: Ein Sechzigstel des KKW bereits demontiert | BR24

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PreußenElektra hat über den bisherigen Fortschritt beim Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld informiert. Mit bislang 528 Tonnen demontierten Materials ist ein Sechzigstel des Abbaus geschafft.

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Grafenrheinfeld: Ein Sechzigstel des KKW bereits demontiert

Preussen-Elektra hat über den bisherigen Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerks Grafenrheinfeld informiert. Demnach sind bislang 528 Tonnen Material demontiert worden. Das entspricht in etwa einem Sechzigstel der Anlage.

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Das Atomkraftwerk wird Stück für Stück entkernt. Bis zum Ende des Abrisses werden mehr als 31.000 Tonnen Material anfallen. Also mehr als das 60-fache der bisherigen Abbauleistung. Seit Beginn des Rückbaus sind laut Preussen-Elektra bereits 5.136 Komponenten abgebaut worden.

Abriss soll 2035 abgeschlossen sein

Von einst 305 Mitarbeitern im laufenden Betrieb sind noch 188 vor Ort. Viele externe Mitarbeiter von Fachfirmen unterstützen den Abriss. Die Gebäude des Kernkraftwerks und damit auch die Reaktorkuppel und die beiden jeweils 146 Meter hohen Kühltürme werden noch bis 2033 stehen bleiben. Erst ganz zum Schluss sollen die fallen. 2035 soll vom KKW Grafenrheinfeld nichts mehr zu sehen sein.

Bauteile werden dekontaminiert

Jede Komponente wird nach ihrem Ausbau auf Kontamination hin überprüft. Oberflächliche Radioaktivität wird abgesprüht. Erst wenn bei Messungen nichts mehr festgestellt wird, können die Komponenten entsorgt werden. Anders ist das bei radioaktiv belasteten Teilen wie etwa dem Reaktor. Diese werden ab Dezember in der 101 Meter langen sogenannten Bereitstellungshalle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gelagert werden. Diese Abfälle sollen ab 2027 zur Endlagerung zum "Schacht Konrad" gebracht werden.

Nasslager wird noch in diesem Jahr abgerissen

Die letzten 179 Brennelemente aus dem Regelbetrieb, die noch im sogenannten Nasslager im Reaktorbereich abkühlen, sollen zwischen Februar und Mai in Castoren verpackt und ins Atommüllzwischenlager auf dem Gelände gebracht werden. Dann werden sogenannte Sonderbrennstäbe in einen letzten Castor eingelagert. Das sind Brennstäbe, die im Regelbetrieb beschädigt wurden. Brennstofffrei soll das Kernkraftwerk kurz vor Weihnachten sein. Alleine in diesem Jahr sollen die acht jeweils 14 Meter hohen Nachkühlsysteme abgebaut werden. Darin waren einst jeweils 46.000 Liter Kühlflüssigkeit. Mit dem radioaktiv belasteten Wasser im Primärkreislauf beschäftigen sich die Fachleute erst später. Das Wasser soll verdampft werden. Der radioaktive Inhalt im sogenannten "Sumpf" soll dann ebenfalls sicher verpackt werden.

Atommüllzwischenlager bleibt bis mindestens 2046 stehen

Nach dem Abriss des Kernkraftwerks wird das Atommüllzwischenlager übrigbleiben. Dort sind dann 54 Castoren untergebracht. Das Atommüllzwischenlager hat bis 2046 eine Betriebsgenehmigung. Ein Atommüllendlager allerdings gibt es weltweit noch nicht.

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Preussen-Elektra hat über den bisherigen Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerks Grafenrheinfeld informiert. Demnach sind bislang 528 Tonnen Material demontiert worden. Das entspricht in etwa einem Sechzigstel der Anlage.