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Graf-Luxburg-Museum in Aschach mit neuem Konzept wiedereröffnet | BR24

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Dienstboten, deren Schatten über die Gänge huschen. Ostasiatische Kunst, neu präsentiert. Und zwei Aufzüge, die Besucher barrierefrei nach oben bringen: Am Wochenende wird das Graf-Luxburg-Museum im Schloss Aschach mit neuem Konzept wiedereröffnet.

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Graf-Luxburg-Museum in Aschach mit neuem Konzept wiedereröffnet

Dienstboten, deren Schatten über die Gänge huschen. Ostasiatische Kunst, neu präsentiert. Nach zweijähriger Sanierung wird das Graf-Luxburg-Museum im Schloss Aschach mit neuem Konzept wiedereröffnet.

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Nach rund zweieinhalb Jahren Umbau- und Renovierungszeit wird das Graf-Luxburg-Museum im Schloss Aschach wiedereröffnet. Der Bezirk Unterfranken als Eigentümer des Schlosses hat etwa 3,1 Millionen Euro in den Umbau investiert, der unter anderem vom Kulturfonds Bayern und der Bayerischen Landesstiftung gefördert wurde. Im Rahmen des Umbaus wurden auch zwei Aufzüge ins Museum integriert, das damit nun barrierefrei ist.

Keine störenden Glaswände mehr

Die wohl auffälligste Neuerung: Die Besucher werden nicht mehr durch Glasscheiben daran gehindert, bestimmte Räume zu betreten – die prunkvollen Gemächer sind allesamt begehbar. Ein blauer Läufer weist den Gästen den Weg, sie können auf Ruhebänken eine Pause einlegen oder die Atmosphäre auf sich wirken lassen. "Damit wollen wir die Welt des Adels den Menschen noch näher bringen", sagt Museumsleiterin Josefine Glöckner.

Dienstboten und ihre Geschichten rücken ins Blickfeld

Es gehe aber nicht mehr nur um den Adel, sondern auch um die Frage: Wer hat ihm das Leben auf dem Schloss überhaupt erst möglich gemacht? "Deshalb erzählen wir jetzt zusätzlich die Geschichten der Dienstboten – der Köche, Gutsverwalter, Gouvernanten", erklärt Glöckner. So können die Besucher nun erstmals einen Blick in die Schlossküche werfen, die – wie alle anderen Räume auch – mit zahlreichen Originalen wie einem Holzherd und einem sehr alten Steinwaschbecken ausgestattet ist.

Karten im DIN-A4-Format erzählen in aller Kürze, wozu die Grafen den jeweiligen Raum früher genutzt haben, außerdem werden die wichtigsten Details herausgegriffen und näher beleuchtet.

Ostasiatische Sammlung wird neu präsentiert

Durch die Neugestaltung bekommt auch die Sammlung ostasiatischer Kunst einen adäquaten Rahmen: Statt in dunklen Räumen werden die teils einzigartigen Exponate unter hellem Licht in Glasvitrinen präsentiert. Spiegel ermöglichen es den Besuchern, die Objekte von allen Seiten zu betrachten.

Historisches Spiel zur Eröffnung

Zur Wiedereröffnung lädt das Graf-Luxburg-Museum die Besucher zu einem historischen Spiel ein. Museumspädagoginnen schlüpfen in die Rollen der ehemaligen Schlossbewohner und erzählen, wie sie das Leben auf Schloss Aschach als Gräfin Luise, Gräfin Carola oder als Dienstbote empfanden. Kinder, die als Prinz oder Prinzessin verkleidet kommen, erhalten freien Eintritt.

Schloss Aschach – mittelalterliche Burg aus dem 12. Jahrhundert

Die Henneberger errichteten die mittelalterliche Burg im 12. Jahrhundert. Unter anderem residierten hier Würzburger Fürstbischöfe, auch der Schweinfurter Industrielle Wilhelm Sattler gehörte zu den Eigentümern – er errichtete hier sogar eine Porzellanfabrik. 1874 erwarb Graf Friedrich von Luxburg das Schloss und baute es zur Familienresidenz aus. 1955 schenkte sein Sohn Karl das Anwesen samt der kompletten Ausstattung und den wertvollen Sammlungen dem Bezirk Unterfranken. Die Bedingung: Das Gebäude sollte der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht werden. Karls Frau Carola nutzte das Schloss bis zur ihrem Tod 1967 weiterhin als Sommerresidenz.

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