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7.000 Jahre alte Siedlungsreste in Schweinfurt entdeckt | BR24

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Wie haben die ersten Siedler vor 7.000 Jahren in Schweinfurt gelebt? Seit Ende April laufen die Ausgrabungen auf einem Gelände, auf dem ein Parkhaus entstehen soll. Heute wurden die Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt.

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7.000 Jahre alte Siedlungsreste in Schweinfurt entdeckt

Spektakulärer Fund bei Grabungen zu einem Parkhaus in Schweinfurt: Reste einer Siedlung aus der Zeit von 5.000 vor Christus kamen zu Tage, dazu Werkzeuge, Knochen, Gürtelschnallen. Heute wurden die archäologischen Fundstücke vorgestellt.

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Wie haben die ersten Siedler vor 7.000 Jahren in Schweinfurt gelebt? Seit Ende April laufen die Ausgrabungen in der Mainburger Straße auf einem Gelände, auf dem ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen entstehen soll. Am Vormittag hat der verantwortliche Archäologe Frank Feuerhahn dort die Ergebnisse der Untersuchungen vorgestellt. Auch Oberbürgermeister Sebastian Remelè (CSU) zeigte großes Interesse an den archäologischen Arbeiten. Dem Archäologen zufolge wurden bei den Ausgrabungen Siedlungsreste aus verschiedenen Zeitaltern gefunden. Laut Feuerhahn zeigen die Ausgrabungen auf dem Areal die Gründungspunkte der Stadt Schweinfurt.

Fundstücke bis zu 7.000 Jahre alt

Bei einer Pressekonferenz zeigte er die ausgegrabenen Keller und kleinere Fundstücke wie Werkzeuge, Keramik und Knochenreste. Die ältesten Funde werden auf die Zeit der Linearbandkeramik um 5.000 v.Chr. datiert. Weitere Funde stammen aus dem Frühmittelalter (800-1.000 n.Chr.) und aus dem hohen Mittelalter (1.000-1-250 n.Chr.). Die ältesten Fundstücke sind also bis zu 7.000 Jahre alt.

Rückschlüsse auf frühere Siedler in Schweinfurt

Wie Grabungsleiter Frank Feuerhahn im BR-Interview sagte, wurden bei den Funden aus der Zeit zwischen 600 und 1.200 nach Christus unter anderem eine Gürtelschnalle und ein Reitersporn entdeckt. Bei den Funden der vermutlich ersten sesshaften Bauern und Viehzüchter aus der Zeit der sogenannten Linearbandkeramik kamen unter anderem Feuersteine, Steinmesser, Keramikscherben und Knochen in der Erde zum Vorschein. Erste Siedler nutzten laut Feuerhahn gerne hellbraunen Lössboden, weil der für den Ackerbau besonders fruchtbar gewesen ist.

Gebäudeteile aus dem Mittelalter erhalten

Aus dem frühen und hohe Mittelalter, etwa 800 bis 1.250 nach Christus, stammen vor allem sogenannte Grubenhäuser und die Keller. Erhalten haben sich jedoch nur die in den Erdboden eingetieften Gebäudeteile, also neben den Kellern beispielsweise Gruben, in denen die tragenden Holzpfosten der Häuser eingegraben waren. Die "ersten Schweinfurter" siedelten bis zum Mittelalter offenbar vor allem östlich der heutigen Altstadt entlang des Mains bis zur Peterstirn.

Parkhaus in der Mainberger Straße für acht Millionen Euro

Wenn die Siedlungsreste gesichert sind, soll an der Stelle ein Parkhaus mit bis zu 356 Stellplätzen entstehen. Die Kosten für das Parkhaus betragen rund acht Millionen Euro. Laut Baureferent Ralf Brettin sind nun drei Viertel des Geländes vollständig archäologisch untersucht. Die Untersuchungen sollen Ende August abgeschlossen werden.

© BR/ Norbert Steiche

Archäologische Grabungen in Schweinfurt

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