BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Grabungen an "Udo"-Fundort wieder aufgenommen | BR24

© BR/Florian Regensburger

Die Grabungen am Fundort des prähistorischen Menschenaffen "Udo" wurden wieder aufgenommen.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Grabungen an "Udo"-Fundort wieder aufgenommen

Die Grabungen am Fundort des prähistorischen Menschenaffen "Udo" wurden wieder aufgenommen. Die Archäologen hoffen, Überreste möglicher Artgenossen zu finden. Gefunden wurde auch tatsächlich schon etwas - allerdings keine Überreste von Affen.

2
Per Mail sharen
Von
  • Florian Regensburger
  • Alexander Brutscher

Wegen des schlechten Wetters wurde der Start der Grabungen zwar um einen Tag verschoben - doch seit Mittwoch ist das Archäologenteam um die Tübinger Professorin Madelaine Böhme wieder in der Tongrube Hammerschmiede in Pforzen nahe Kaufbeuren im Ostallgäu zu Gange.

Bis Mitte September hoffen Sie, Überreste möglicher Artgenossen von "Udo" zu finden, sagte Böhme gegenüber dem BR. Bislang sei man schon auf Fossilien von Hirschferkeln, Raubtieren und Schildkröten gestoßen, aus der Zeit vor gut 11,6 Millionen Jahren, als auch "Udo" gelebt hat.

Fossil wurde nach Udo Lindenberg benannt

Das Fossil mit dem wissenschaftlichen Namen Danuvius Guggenmosi trägt den Spitznamen "Udo", weil die Forscher ihn am 70. Geburtstag von Udo Lindenberg gefunden hatten und an dem Tag viele seiner Lieder im Radio liefen.

Die Vorstellung von "Udo" im Sommer vergangenen Jahres war eine Sensation: Er gilt als ältester Nachweis eines aufrecht gehenden Primaten, rund sechs Millionen Jahre älter als die zuvor ältesten bekannten Überreste aufrecht gehender Menschenaffen aus Kenia und von der griechischen Insel Kreta.

Etwa 15 Prozent des Skeletts wurden gefunden

Zwischen 2015 und 2018 hatten die Archäologen seine versteinerten Überreste in einem alten Bachlauf in der Tongrube Hammerschmiede entdeckt. Dabei wurden vollständig erhaltene Arm- und Beinknochen, Wirbel, Finger- und Zehenknochen gefunden, insgesamt etwa 15 Prozent des gesamten Skeletts.

Anhand der Fossilien konnten die Forscher rekonstruieren, wie sich Danuvius fortbewegte. Unter anderem die S-förmige Wirbelsäule gilt ihnen als Beleg dafür, dass "Udo" seinen Rumpf aufrecht halten konnte, während andere Menschenaffen lediglich eine einfach gebogene Wirbelsäule besitzen. "Udo" war demnach etwa einen Meter groß und wog zwischen 18 und 31 Kilogramm.

Überreste im Museum

Derzeit sind seine Überreste im Museum der Uni Tübingen ausgestellt. Bei einem Besuch in der Tongrube Hammerschmiede im vergangenen November hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, die Einrichtung eines Dokumentations- und Besucherzentrums zu "Udo" in Pforzen unterstützen zu wollen.

© BR

Nach dem Sensationsfund "Udo" im Herbst 2019 gehen jetzt die Grabungen im Umfeld des ältesten aufrecht gehenden Menschenaffen weiter: Welche Funde erhoffen sich die Wissenschaftler? Welchen Fragen und Spuren gehen sie nach?

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!