Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Grabstein von "Schneewittchen" in Bamberg ausgestellt | BR24

© Bayern1/Regionalnachrichten aus Franken

Das Diözesanmuseum Bamberg stellt den Grabstein von "Schneewittchen" aus. Dabei handelt es sich um die Grabplatte von Sophie Marie von Erthal, die als Vorbild der Märchenfigur gilt.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Grabstein von "Schneewittchen" in Bamberg ausgestellt

Das Diözesanmuseum Bamberg stellt den Grabstein von "Schneewittchen“ aus. Dabei handelt es sich um die Grabplatte von Sophie Marie von Erthal, die als Vorbild der Märchenfigur gilt.

Per Mail sharen
Teilen

Das Diözesanmuseum Bamberg ist um ein märchenhaftes Exponat reicher. Es stellt den Grabstein von "Schneewittchen“ aus. Genauer gesagt handelt es sich dabei um den Grabstein von Sophie Marie von Erthal (1725-1796), dem möglichen Vorbild von Schneewittchen. Wie das Diözesanmuseum mitteilt, war der Grabstein lange verschollen, tauchte aber in einem Privatbesitz auf und wurde dem Diözesanmuseum übergeben.

Zwei Fürstbischöfe als Brüder

Sophia Maria von Erthal wurde 1725 in Lohr am Main geboren und war die Schwester der bekannten Erthal-Brüder, Fürstbischof Franz Ludwig und Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph. Sophie Maria von Erthal starb 1796 in Bamberg, wo sie erblindet im Kloster der "Englischen Fräulein“ am Holzmarkt lebte und auf dem Friedhof der alten Martinskirche begraben wurde.

Geburtsort Lohr am Main ist die "Schneewittchenstadt"

In ihrem Geburtsort Lohr am Main, die sich selbst "Schneewittchenstadt“ nennt, hat man zahlreiche Parallelen zwischen dem Leben von Sophia von Erthal und dem Märchen herausgefunden – so ähnelt die Familienkonstellation mit der Stiefmutter der Geschichte. Im angrenzenden Bezirk an das damalige Herrschaftsgebiet gab es Bergwerke, wo Kinder oder Kleinwüchsige in den Stollen arbeiteten, was auf die sieben Zwerge hindeuten könnte. Um von Lohr zu diesen Bergwerken zu gelangen, muss man nach Angaben der Stadt tatsächlich sieben Hügel überqueren.

Spieglein, Spieglein an der Wand ...

Sophias Vater hatte eine Spiegelfabrik, und noch heute ist im Spessartmuseum ein Spiegel mit der Inschrift "Amour Propre“ zu sehen, was "Selbstliebe“ bedeutet und ein Hinweis auf das "Spieglein an der Wand“ und die Frage nach der Schönsten im ganzen Land sein könnte. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Brüder Grimm sechzig Jahre später nur fünfzig Kilometer entfernt in Hanau lebten und nur sechzig Jahre nach Sophia geboren wurden. Deshalb ist es durchaus möglich, dass sie von ihrer Geschichte erfahren haben.

Grabstein könnte ein "Gag" sein

Der Leiter des Bamberger Diözesanmuseums, Holger Kempkens, betont allerdings, dass der Märchenbezug mehr ein Gag sei. Die Grabplatte wäre auch ohne diesen Bezug eine Besonderheit, denn zur damaligen Zeit hätten Frauen gar keinen eigenen Grabstein bekommen.