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Gottesdienstverbot: Videobotschaften von Rabbiner und Imam | BR24

© Gottesdienstverbot, Versammlungsverbot – das Gebot der Stunde heißt Abstand, soziale Distanz.

Gottesdienstverbot, Versammlungsverbot – das Gebot der Stunde heißt Abstand, soziale Distanz.

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Gottesdienstverbot: Videobotschaften von Rabbiner und Imam

Gottesdienstverbot, Versammlungsverbot – auch Juden und Muslime in Bayern haben sich auf diese Situation eingestellt. Rabbiner und Imame setzen auf Live-Streams im Netz. Soweit die religiösen Vorschriften das zulassen.

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Imam Benjamin Idriz betet. Ganz allein in der Penzberger Moschee. Eine ungewöhnliche Situation, findet er. Denn eigentlich haben Muslime die Pflicht, zum Freitagsgebet in die Moschee zu gehen. Aber schon zu Zeiten des Propheten Mohammed habe es Ausnahmesituationen gegeben, in denen Muslime ihr Freitagsgebet zu Hause verrichten konnten, sagt Benjamin Idriz. Für ihn als Imam aber geht es jetzt um eine andere Botschaft, eine tröstende: "Die Beziehung, die Verbindung lebendig zu halten - am Freitag zum Beispiel einen Live-Stream einzurichten."

Video-Botschaft von Imam Benjamin Idriz

© BR

Auch die Muslime in Bayern sind vom Versammlungsverbot betroffen. Das Freitagsgebet in den Moscheen fällt aus. Imam Benjamin Idriz bittet in seiner Video-Botschaft um Besonnenheit und Gelassenheit. Jetzt sei die Zeit, den Kontakt zu Gott zu stärken.

In der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg findet zumindest der Religionsunterricht in diesen Tagen statt; über Videokonferenzen hält Rabbiner Elias Dray Kontakt zu seinen Schülerinnen und Schülern. Die Live-Übertragung von Gottesdiensten ist im orthodoxen Judentum nicht erlaubt. Denn streng gläubige Juden interpretieren den Schabbat als absoluten Ruhetag, an dem man nicht einmal Strom benutzen darf.

Elias Dray aber will, dass seine Gläubigen trotzdem den Sederabend am 8. April feiern können, den Abend vor dem jüdischen Pessachfest – normalerweise übernimmt er als Rabbi die Vorbereitungen. Jetzt schult er seine Gläubigen übers Netz. "Es ist eine Zeit für Solidarität, für Leute da zu sein. Es ist eine Zeit, in der wir wirklich noch einmal darüber nachdenken sollen, was wir für andere Leute tun können", so der Rabbiner. Der Unterricht ist für ihn eine Möglichkeit, religiöses Leben aufrechtzuerhalten, aber auch, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Die Einschränkungen durch die Corona-Krise sieht er deshalb sogar in gewisser Weise als Chance.

Video-Botschaft von Rabbiner Elias Dray

© BR

Die Sabbatgottesdienste in den bayerischen Synagogen wurden abgesagt. "Das ist ein großer Einschnitt für die jüdischen Gemeinden", sagt Rabbiner Elias Dray aus Amberg in seiner Video-Botschaft.