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Golfplatz in Reit im Winkl: Abschlag nur für Österreicher | BR24

© BR/Theresa Krinninger

Auf dem grenzüberschreitenden Golfplatz in Reit im Winkl teilt ein Absperrband den deutschen vom österreichischen Teil. Während die Österreicher schon spielen, können deutsche Golfer nur neidisch zuschauen.

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Golfplatz in Reit im Winkl: Abschlag nur für Österreicher

Auf dem grenzüberschreitenden Golfplatz in Reit im Winkl teilt ein Absperrband den deutschen vom österreichischen Teil. Während die Österreicher schon spielen, können deutsche Golfer nur neidisch zuschauen.

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Der Abschlag sitzt. Peter Bichler ist zufrieden. Auch wenn er nur sechs statt 18 Löcher spielen darf. Der Golfer spielt auf seiner Seite des Platzes. Weil er Österreicher ist, darf er seit dem ersten Mai spielen, auch in Vierergruppen.

Deutsch-österreichische Begegnung

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Golfen über Ländergrenzen hinweg verboten

Die restlichen Löcher befinden sich auf deutschem Gebiet. Das rot-weiße Absperrband markiert die Ländergrenze, die niemand überqueren darf. Im Moment spielen sich auf dem Platz kuriose Szenen ab. Golfer, die sonst zusammenspielen, treffen sich am Absperrband zum Plaudern. Wer von deutscher Seite herkommend mit dem Auto am Clubhaus parken will, müsste über die Grenze nach Österreich fahren. Das ist aber verboten. Und wenn der Ball über das Absperrband fliegt, ist er verloren. Der Spieler muss sich dann einen Strafpunkt eintragen.

Ansteckungsrisiko auf Golfplatz eher gering

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Stopp - ab hier ist Golfen nicht mehr erlaubt

Außerdem gelten strenge Hygieneregeln. 1,5 Meter Abstand müssen auch hier eingehalten werden. Die Fahne am Loch darf nicht angefasst werden und die Toilettenanlagen bleiben vorerst dicht. Peter Bichler hätte selbst ohne Abstandsregeln wenig Bedenken, sich auf dem Golfplatz anzustecken. "Wir halten hier auf dem Golfplatz sowieso immer 20 bis 30 Meter Abstand, weil jeder seinem Ball nachgeht", sagt er. Eine Ansteckungsgefahr war seiner Meinung nach schon immer sehr gering.

Zweiteilung bleibt trotz Lockerungen bestehen

Ab kommenden Montag dürfen auch die deutschen Golfer wieder auf den Platz. Sie dürfen dann immerhin 12 Löcher spielen, maximal in Zweiergruppen. Der Golfclub hat insgesamt rund 1.000 Mitglieder. Etwa 80 Prozent kommen aus Deutschland. Allerdings ist der Verein besonders auf die Gastspieler angewiesen, die im anliegenden Hotel übernachten. Dieses hat aber noch zu. Und wann die Grenzen wieder öffnen, ist noch nicht klar. Ausgerechnet das Aushängeschild, die einzigartige Lage des Platzes, bereitet derzeit Probleme. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit und der Golfplatzmanager Martin Scholtys hat Sorge, dass ein zweigeteilter Golfplatz nicht attraktiv genug sein könnte, um die Anlage wieder profitabel zu machen.

Hauptsache wieder auf den Platz

Bei den deutschen Clubmitgliedern heißt es indessen: Hauptsache wieder spielen. "Sie werden langsam sehr ungeduldig", sagt Martin Scholtys. Viele verstünden nicht, warum sie zum Friseur und in den Baumarkt gehen dürften, aber nicht auf den Golfplatz. "Sie scharren mit den Hufen, die wollen auf den Platz", sagt er.

Der Spielbetrieb auf der österreichischen Seite funktioniert bislang gut. Ein Mitarbeiter überwacht die Golfer und stellt sicher, dass sie die Etikette und Corona-Regeln einhalten. Laut dem Golfplatzmanager akzeptieren die Golfer das rot-weiße Absperrband und halten sich an die Regeln. Und vielleicht freut sich der eine oder andere über einen verirrten Ball auf seiner Seite.

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