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Goldwaschen: Geologe schürft im oberfränkischen Wald | BR24

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Markus Schade, Chef des Goldmuseums in Theuern, beim Goldwaschen.

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Goldwaschen: Geologe schürft im oberfränkischen Wald

Goldwaschen in Flüssen und Bächen kennt man aus alten Westernfilmen. Man kann es aber auch heute noch erleben. Im Raum Coburg gibt es noch immer Gold zu entdecken.

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Markus Schade stapft in Gummistiefeln - einen Eimer mit Sieb in der linken Hand, eine Schaufel in der rechten Hand - durch den Wald bei Coburg, nahe der thüringischen Grenze. Sein Ziel: ein unscheinbarer Bach. Das stellenweise knietiefe Gewässer könnte eine echte Goldgrube sein. Das zumindest ist die Hoffnung von Markus Schade.

Ehemalige DDR-Grenz-Region: Gute Voraussetzung für Gold

Der 66-jährige Geologe ist sich ziemlich sicher, zwischen den Steinen im Bachbett Gold zu finden. Schließlich gehören die Gesteinsformationen an der ehemaligen DDR-Grenze zu den ältesten in ganz Deutschland. Perfekte Voraussetzungen für das seltene Gold, das sich über mehrere geologische Prozesse anreichern muss.

Ein Goldteilchen zwischen Steinen und Schlamm

Zunächst kippt Schade Steine und Schlamm über ein Sieb in einen Eimer. Was hängen bleibt, wirft er zurück in den Bach. Den Inhalt des Eimers sieht sich Schade in einer flache Schale genauer an. Übrig bleibt feines Sediment. Und plötzlich sieht Schade es am Schalenboden glitzern. Auf diesen Moment hat er gewartet. Ein stecknadelkopfgroßes Goldteilchen, das er mit der Fingerspitze vorsichtig aus der Schale holt.

"Gold aus Deutschland ist etwa das dreifache wert, weil es so selten ist. Deshalb bekommt man dafür auch mehr Geld." Markus Schade, Geologe

Auf dem Weltmarkt liegt der Goldpreis bei etwa 50 Euro pro Gramm, zuletzt sprang er auf ein Allzeithoch. Für seinen Fund könnte Schader von Sammlern also schon ein paar Euro bekommen.

Zum Goldwaschen in den Wald

Schade geht fast jeden zweiten Tag zum Goldwaschen in den Wald. Im Vorfeld studiert er seine geologischen Karten. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit kann der Geologe festlegen, in welchen Regionen er fündig werden könnte und wo es definitiv kein Gold gibt. Über die Jahre hat Schade schon mehr als 25 Gramm des strahlenden Edelmetalls aus den oberfränkischen und thüringischen Gewässern geholt.

Geologe stellt Funde im Goldmuseum aus

Die meisten Funde landen in dem kleinen Goldmuseum, das Schade vor einigen Jahren im thüringischen Theuern eröffnet hat. Hier zeigt er stolz seinen Besuchern all die kleineren und größeren Schätze, die er über die Jahre beim Goldwaschen gefunden hat.

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