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"Goldfinger-Prozess" in Augsburg: Verteidigung will Freispruch | BR24

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"Goldfinger-Prozess" in Augsburg: Großes Steuerstrafverfahren hat begonnen.

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"Goldfinger-Prozess" in Augsburg: Verteidigung will Freispruch

Es geht um fragwürdige Edelmetall-Geschäfte: Wohlhabende sollen damit Steuern hinterzogen haben - zumindest sagt dies die Staatsanwaltschaft Augsburg. Jetzt hat der Prozess gegen zwei Angeklagte begonnen. Die Verteidigung setzt auf Freispruch.

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Vor dem Augsburger Landgericht hat der Prozess in einem der größten Steuerstrafverfahren der jüngeren Geschichte begonnen. Auf der Anklagebank sitzen zwei Anwälte aus München, die sich wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung verantworten müssen. Zum Auftakt verlas die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift. Die Verteidigung war mit einem Antrag gescheitert, dies zu verhindern.

Mehr als eine Milliarde Euro geltend gemacht

Aus der Anklageschrift geht hervor, dass die Ermittler die beim Fiskus geltend gemachten Verluste insgesamt auf mehr als eine Milliarde Euro schätzen. Ob und wie viel Geld tatsächlich hinterzogen wurde, muss in der Hauptverhandlung geklärt werden. Die beiden Angeklagten sollen mit weiteren Helfern ein Konstrukt aufgesetzt haben, um den Anschein zu erwecken, eine Firma in Großbritannien betreibe Edelmetallhandel.

Der Vorwurf: Schein-Firma im Ausland

Tatsächlich sei der Betrieb in Großbritannien nur vorgetäuscht gewesen, der Handel sei von Deutschland aus gesteuert worden – mit dem Ziel, die Steuerschuld wohlhabender Steuerpflichtiger im Inland zu minimieren. Die Verteidigung sagte dem BR am Rande der Verhandlung, die Anklage sei mit "heißer Nadel gestrickt" und verfüge über "keinerlei Tatsachenbasis". Man setze deshalb auf Freispruch.

Ermittlungen gegen Anwälte, Steuerberater und Anleger

Insgesamt sind im „Goldfinger“-Verfahren bisher 20 Personen angeklagt: Anwälte, Steuerberater und Anleger. Ermittelt wird gegen insgesamt rund 100 Beschuldigte. Das Verfahren gegen die beiden Anwälte aus München wurde abgetrennt: Die beiden müssen sich deshalb als erste vor Gericht verantworten.

Der Prozess könnte sich ziehen

Die 18 weiteren angeklagten Personen befänden sich in einer "Warteschleife", wie es ein Gerichtssprecher ausdrückte. Für den Prozess, der am Mittwoch vor dem Augsburger Landgericht begonnen hat, sind 78 Termine angesetzt. Ein Urteil könnte Anfang 2021 fallen.

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Vor dem Landgericht Augsburg hat einer der größten Wirtschafts-Strafprozesse begonnen: das Goldfinger-Verfahren. Heute saßen zwei Anwälte auf der Anklagebank. Die insgesamt 20 Angeklagten sollen mit illegalen Goldgeschäften Steuern hinterzogen haben.