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Gnadenheu bekommt Kuh Yvonne gut | BR24

© dpa-Bildfunk

Kuh Yvonne auf Gut Aiderbichl

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    Gnadenheu bekommt Kuh Yvonne gut

    Ihre spektakuläre Flucht machte die Kuh Yvonne 2011 weit über Deutschland hinaus berühmt. Sogar aus Indien kamen Aufrufe, die Kuh zu retten. Fünf Jahre nach ihrem Abenteuer frisst die ehemalige Milchkuh aus Kärnten in Deggendorf ihr Gnadenheu.

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    "Es geht ihr blendend!", sagt die Sprecherin des Gnadenhofs Gut Aiderbichl, Sonja Großmann. Die 600 Kilo, die Yvonne jetzt auf die Waage bringe, seien bei ihrer Statur kein Übergewicht. Bei der Flucht sei sie damals durchtrainiert gewesen.

    Die bald elfjährige Yvonne teilt den Stall mit den Söhnen Friesi und Orki, Schwester Waldtraut und deren Sohn Waldi. Die gemeinsame Weide, an die viele Besucher kommen, ist mit 30 mal 30 Metern nicht allzu groß. Neben Gras, Äpfeln und Karotten schätzt sie eine Art Müsliriegel, sagt der österreichische Aiderbichler Hans Wintersteller, der seinerzeit wochenlang durch den Wald streifte und auch über ein Medium Kontakt zu Yvonne herzustellen versuchte.

    Fast 100 Tage unterwegs

    Die ehemalige Milchkuh war 2011 aus Kärnten, wo sie noch "Angie" geheißen hatte, nach Bayern verkauft worden, wo sie ihrem neuen Besitze auch gleich mal ausbüxte. Rund einen Monat später erforderte der Transport zum Schlachthof allerdings die ultimative Flatter: Fast 100 Tage lang blieben alle Versuche fruchtlos, sie einzufangen, ehe der Münchner Ex-Tierparkchef Henning Wiesner und Aiderbichl-Mitarbeiter mit Betäubungspfeilen und Haltegurten Erfolg hatten.

    Fanclubs, Abschussgenehmigung, Adoptionsgesuch

    Zuvor hatten sich Yvonne-Fanclubs gebildet, das Landratsamt eine Abschussgenehmigung erlassen, aus Indien ging ein Adoptionsantrag ein und die "Gnadenkapelle" widmete der flüchtigen Paarhuferin ein Lied. Für ihren Freiheitsdurst wurde später eine medizinische Ursache festgestellt. Ein gestörter Hormonhaushalt infolge einer Gebärmutter-Zyste.

    "Die Yvonne ist ganz eigenartig. Sie ist so eigenwillig. Sie ist unter Hunderten eine Faszination für mich." Hans Wintersteller, Gut Aiderbichl